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Zum Ende der Seite springen Bajazzo's
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Cleantex
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Ein paar "Flyer".

Cleantex hat diese Bilder (verkleinerte Versionen) angehängt:
Bajazzo-a.jpg Bajazzo-b.jpg
Bajazzo-c.jpg



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Viele Grüsse

Armand


25.12.2008 14:45 Cleantex ist offline E-Mail an Cleantex senden Beiträge von Cleantex suchen Nehmen Sie Cleantex in Ihre Freundesliste auf
Cleantex
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Und ein paar Anzeigen von damals.

Cleantex hat diese Bilder (verkleinerte Versionen) angehängt:
d-A-Ba-a.jpg d-A-Ba-b.jpg
d-A-Ba-c.jpg d-A-Ba-d.jpg
d-A-Ba-e.jpg sup-j.jpg



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Armand


25.12.2008 14:52 Cleantex ist offline E-Mail an Cleantex senden Beiträge von Cleantex suchen Nehmen Sie Cleantex in Ihre Freundesliste auf
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Mir ist bei einer Anzeige etwas aufgefallen was ich schon länger vermutet habe,
der Beweis dass die Gehäuse damals HELL ausgeliefert wurden.
Das Rustikaltrimmen begann erst so richtig in den 70er Jahren,
wo man zeitweilig ohne eine dunkel gebeizte Klobrille nicht mehr leben konnte. fröhlich

Sicher hat die Eiche nachgedunkelt, aber es wurde trotzdem ganz ordentlich in all den Jahren nachgeholfen.
Eigentlich würde ein abgeschliffener und neu lasierter Bajazzo eher dem Original von damals ähneln.
Desshalb ist wohl mein erster, trotz neuem Gehäuse näher zum damaligen Original, als meine anderen Bajazzo's. Freude




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Armand


25.12.2008 22:15 Cleantex ist offline E-Mail an Cleantex senden Beiträge von Cleantex suchen Nehmen Sie Cleantex in Ihre Freundesliste auf
Cleantex
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Betreffend Beschichtung gab es ausser der galvanisch-chemischen Methode und Plattierung (eher nicht) noch eine Dritte, Flammspritzen.
Das wurde ab 1912 in der Schweiz eingesetzt und konnte mit einer handgrossen Pistole durchgeführt werden, mit Gas und Metallpulver-Einblasung. Das Pulver hätte eine Messingmischung sein können, bis zum Tombak, ein Goldimitat das auch heute noch viel in der Türkei zur Verzierung benutzt wird.
Danach müsste logischerweise an Automaten vor 1912 diese Beschichtung nicht auftauchen.
Ein Beweis für die Methode wären Beschlagteile mit nur einseitiger Beschichtung.
Das würde ein Bad praktisch ausschliessen, denn Maskierungen wurden damals wohl kaum benutzt.
Da ich aber noch nicht viel an meinen Bajazzos rumgeschraubt habe, kann ich das im Augenblick nicht sagen.


Ein paar Infos :
http://www.lkr.at/da478d06ed6999c2d17642960aceca7f.html
http://www.gts-ev.de/ts-info.htm

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Viele Grüsse

Armand


26.12.2008 16:42 Cleantex ist offline E-Mail an Cleantex senden Beiträge von Cleantex suchen Nehmen Sie Cleantex in Ihre Freundesliste auf
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Der Faustball-Automat hat ja die gleiche Mechanik wie mein Bajazzo. Diese Ausführung ist mir bis jetzt so unbekannt. Das Thema würde in die Zeit von 33 bis 45 passen, doch da waren Geräte mit Gewinn verboten.
Auf alle Fälle ist die "misslungene Restaurierung" ein Zeitzeuge vom alten DDR-Rummel. In der Anlage ein Bild, wie das Automatenspiel in der DDR war, aufgenommen 2006 auf der Kleinmesse.

Gefunden habe ich noch ein Anzeigenbild von einen Bajazzo von Giese. Dort ist das Gehäuse naturpoliert. Die sichtbaren Metallteile sind vernickelt.

Schrottsammler hat diese Bilder (verkleinerte Versionen) angehängt:
OhneTitel-3.jpg OhneTitel-2.jpg



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Gruß Tobias
26.12.2008 23:17 Schrottsammler ist offline E-Mail an Schrottsammler senden Beiträge von Schrottsammler suchen Nehmen Sie Schrottsammler in Ihre Freundesliste auf
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Hallo Tobias,

Sehr schön die alte Rummel-Bude, das erinnert mich an die Zeit um 56 als ich zuerst Kontakt mit diesen Automaten hatte,
so ähnlich sah das aus, ja fast genau so. Kann sogar sein dass die Leute damals als Schausteller ganz Europa bereist haben,
bevor Bockbärtchen keine Absicht hatte, eine Mauer zu bauen.

Mit der Beschichtung wende ich mich in den nächsten Tagen an ein paar internationale Institute,
vielleicht hat jemand dort die Antwort parat oder kann helfen das Rätsel zu lösen.

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Viele Grüsse

Armand


27.12.2008 00:32 Cleantex ist offline E-Mail an Cleantex senden Beiträge von Cleantex suchen Nehmen Sie Cleantex in Ihre Freundesliste auf
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Ich habe heute folgende Mail erhalten :

Zitat:

Lieber Herr Marx,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Um hier eine Antwort geben zu
können, müsste man eine einfache Analyse der Beschichtung vornehmen.
Das kann zerstörungsfrei erfolgen; ich würde dazu ein kleines Stück
eines beschichteten Blechs (oder ähnliches) brauchen um dann im
Elektronenmikroskop eine röntgenographische Analyse zu machen Das
Stück muss aber klein sein (wenige Zentimeter), das der Probenraum im
Mikroskop begrenzt ist.

Liebe Grüsse,

Peter J. Uggowitzer

========================
Prof. Dr. Peter J. Uggowitzer
ETH Zurich
Metal Physics and Technology
Department of Materials
HCI J490
Wolfgang-Pauli Str. 10
CH-8093 Zurich



Am 26.12.2008 um 20:43 schrieb Armand Marx:

> Guten Tag Herr Uggowitzer,
>
> Ich schreibe Sie an, in einem Fall, betreffend alte Automaten, wobei
> der Bajazzo Ihnen möglicherweise
> ein Begriff ist. Es geht um dieses Glücksspiel das um 1920 in
> Deutschland und den deutschsprachigen
> Ländern eingeführt wurde, eine Stahlkugel musste durch
> Geschicklichkeit mit einem Clown in dessen Hut
> gefangen werden, was zur Auszahlung von einigen Münzen führte.
>
> Zuerst, mein Name ist Armand Marx, ich bin Luxemburger und betreibe
> das erste deutsche Forum das sich
> exklusiv mit alten Automaten beschäftigt.
>
> Nun ist es so dass alte Bajazzo's eine goldfarbene Beschichtung der
> alten Bleche vorweisen, die erstaunlich
> glänzend ist, noch immer nach über 80 Jahren, ohne Polierarbeit, und
> sogar wenn diese Bleche stellenweise
> schon angerostet sind.
>
> Es ist im Augenblick mehr Rätselraten, kein Sammler weiss genau wie
> diese Teile damals vor 80 Jahren
> beschichtet wurden, und diesen Glanz behalten haben.
>
> Galvanisch oder Flammenbeschichtet oder sonst eine Methode, niemand
> weiss es, nur ein Wissenschaftler
> wie Sie kann da vielleicht mehr dazu sagen.
>
> Deshalb sende ich Ihnen die paar Zeilen, es geht eigentlich darum
> ein historisches Rätsel zu lösen.
>
> Im angehängten Bild sehen Sie was ich meine, es gibt mehr Bilder im
> Forum hier :
> Bajazzo's
>
> Vielen Dank im voraus für Ihre Unterstützung
>
> Armand Marx
>


Zuerst mal schon, vielen Dank im voraus an Herrn Uggowitzer und das schweizer Institut.
Ich brauche jetzt noch ein sehr kleines Stück um die Analyse durchführen zu können.
Ich werde zuerst mal bei mir nachschauen, aber vielleicht hat noch jemand so
ein kleines Stück herumliegen, als Leihgabe ?


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Viele Grüsse

Armand


27.12.2008 11:46 Cleantex ist offline E-Mail an Cleantex senden Beiträge von Cleantex suchen Nehmen Sie Cleantex in Ihre Freundesliste auf
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Hallo,

Hier mal ein Bild von meinem erst kürzlich restaurierten Bajazzo. Das Gehäuse sieht in der Tat sehr nach heller Eichenausführung aus. Dieser Bajazzo wurde vor etwa 20 Jahren mitsamt 3 weiteren Artgenossen aus dem Keller eines Cafés gerettet wo er seit seiner Ausserbetriebnahme wohl sein Dasein fristen musste....
Die letzte Inschrift auf der Innenwand datiert von 1932!

Besten Gruss aus Luxemburg,
Thierry

thierry hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
BAJAZZO.jpg

29.12.2008 08:07 thierry ist offline E-Mail an thierry senden Beiträge von thierry suchen Nehmen Sie thierry in Ihre Freundesliste auf
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Hallo Thierry,

Das trifft sich ja gut, weil meine Nummer 3, erst vor ein paar Wochen gekauft genau dasselbe Modell ist !
Auch mit dem Bajazzo Schriftzug, genau Diesen. Nur der Samt ist bei mir hellbraun.

Ich habe leider noch keine Foto´s gemacht, das hole ich aber bald nach.
Bei mir liegt die Kamera immer irgendwie gerade am falschen Ort.
Ich hatte mir schon mal überlegt eine zweite dazu zu kaufen, aber mit 2 Karten,
das gibt noch mehr Durcheinander.

Bei mir steht auf der Rückwand ebenfalls eine Schrift, mit dem Bleistift geschrieben,
und als Datum 20.05.31


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Armand


29.12.2008 13:42 Cleantex ist offline E-Mail an Cleantex senden Beiträge von Cleantex suchen Nehmen Sie Cleantex in Ihre Freundesliste auf
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Inzwischen habe ich von Holger ein Bajazzo-Blech bekommen,
mit der rätselhaften Beschichtung.
Die Proben sind seit heute morgen unterwegs in die Schweiz,
bin echt gespannt was dabei herauskommen wird.

Cleantex hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
Bajazzo_Proben.jpg



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Armand


15.01.2009 11:46 Cleantex ist offline E-Mail an Cleantex senden Beiträge von Cleantex suchen Nehmen Sie Cleantex in Ihre Freundesliste auf
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Bajazzos Eiche Hell Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo - habe jetzt nach langem Suchen endlich ein Bild von meinem ersten Bajazzo gefunden - den ich im Originalzustand erhalten habe - sah damals so aus als ob er gerade von der Wand, in der Gaststätte in der er einmal hing, abgehängt wurde - man kann genau erkennen das das Eichengehäuse einmal Eiche - Hell war - wobei ich meine das es auch leicht lasiert gewesen ist ??

mühle70 hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
Baj . Geldeinwurf.jpg

15.01.2009 21:01 mühle70 ist offline E-Mail an mühle70 senden Beiträge von mühle70 suchen Nehmen Sie mühle70 in Ihre Freundesliste auf
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RE: Bajazzos Eiche Hell Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo,

es gibt inzwischen Ergebnisse aus der Schweiz, und die Antwort ist eine echte Überraschung.
Ich stelle die Resultate heute Nachmittag ein, nochmal herzlichen Dank an Professor Uggowitzer und sein Team !

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Armand


23.01.2009 10:31 Cleantex ist offline E-Mail an Cleantex senden Beiträge von Cleantex suchen Nehmen Sie Cleantex in Ihre Freundesliste auf
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RE: Bajazzo-Blech metallurgische Analyse Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Lieber Herr Armand,

wir haben Ihre Blechabschnitte erhalten und analysiert. Die Ergebnisse finden Sie im angehängten File. Die Antwort auf Ihre Frage ist immer noch nicht ganz eindeutig. Was man sagen kann ist folgendes:

Die Bleche sind nicht "beschichtet"; es handelt sich nicht um eine metallische Substanz, wie dies bei einer Beschichtung der Fall wäre, sondern um eine organische Farbe.

Die Bleche sind also "gestrichen" worden. Die genaue Zusammensetzung der Farbe wäre aber sehr schwierig zu bestimmen; wir können das nicht.

Ich hoffe Ihnen damit gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüssen,

Peter J. Uggowitzer

===========================
Prof. Dr. Peter J. Uggowitzer
ETH Zürich
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Departement Materialwissenschaft
HCI J490
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Armand


23.01.2009 14:49 Cleantex ist offline E-Mail an Cleantex senden Beiträge von Cleantex suchen Nehmen Sie Cleantex in Ihre Freundesliste auf
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RE: Bajazzo-Blech metallurgische Analyse Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Die Suche geht also in eine neue Richtung.

JUDENGOLD,
und ich hasse Rassisten, aber das war nun mal der alte Name.
Die Farbe basiert auf Zinnsulfiden und wurden mit Eiweiss! oder Lack aufgetragen. Eiweiss ist 100% organisch.
Die am nächsten gelegene Farbe in der RAL-Palette ist 1036.

Hier ein Beitrag dazu :

Zitat:

Judengold,

unechtes Gold,

Verbindungen des Zinns mit Schwefel. Einfach-Schwefelzinn (Zinnmonosulfid, Zinnsulfür, Zinnsulfuret) SnS entsteht beim Erhitzen von Zinn mit Schwefel als bleigraue blätterig kristallinische Masse, wird durch Schwefelwasserstoff aus Zinnchlorür und Zinnoxydulsalzen braunschwarz gefällt, löst sich in schmelzendem wasserfreien Zinnchlorür und kristallisiert beim Erkalten in metallglänzenden Blättchen; durch Salzsäure wird es zersetzt.

Zweifach-Schwefelzinn (Zinndisulfid, Zinnbissulfuret, Zinnsulfid) SnS2 wird aus Zinnchlorid durch Schwefelwasserstoff gelblich gefällt, ist nach dem Trocknen gelbbraun, etwas durchscheinend, wasserhaltig. In goldglänzenden Blättchen kristallisiert, erhält man es als Musivgold (mosaisches Gold, Judengold, unechte Goldbronze) durch Erhitzen einer innigen Mischung von Zinnamalgam, Salmiak und Schwefel bis zur Verflüchtigung des Quecksilbers und Salmiaks. Es bildet zarte, goldgelbe oder bräunlichgelbe, metallglänzende Schuppen, fühlt sich zwischen den Fingern wie Talk an und läßt sich auf der Oberfläche der Körper in die dünnsten Schichten zerteilen. Es ist unlöslich in Wasser, wird auch von Salzsäure und Salpetersäure nicht angegriffen, löst sich in Königswasser und Kalilauge und sublimiert beim Erhitzen zum Teil unzersetzt.

Man benutzt es zur unechten Vergoldung von Holz, Gips, Metall, indem es mit Eiweiß oder Lack aufgetragen wird. Es widersteht den Säuren, fetten Ölen und Schwefelwasserstoff besser als die freilich schönern Bronzefarben, durch welche es in neuerer Zeit vielfach verdrängt ist. Die Entdeckung des Musivgoldes wird Kunkel zugeschrieben, vielleicht aber wurde es erst im 18. Jahrh. bekannt. Das amorphe Sulfid gibt mit Salzsäure Schwefelwasserstoff und Zinnchlorid; Alkalien lösen es und bilden zinnsaures Alkali und eine Verbindung von Zinnsulfid mit Alkalisulfuret (Sulfostannat).
Ende Zinnsulfide


Es wird auch von Muschelgold gesprochen, das findet man auch noch als Malergold, sogar bei Ebay geschockt , ob es aber für unsere Zwecke taugt, ist eine andere Sache.

Eine Herstellungsbeschreibung (von 1893) :

Zitat:

Stannum bisulfuratum (Aurum musivum).

Zinnsulfid, Musivgold.

SnS2^[SnS_{2}].

Es bildet weiche, fettig anzufühlende, goldglänzende Flimmern. Wird auf sehr verschiedene Weise hergestellt; gewöhnlich durch Erhitzen von Zinn, Schwefel und Salmiak oder noch besser von Zinnamalgam mit diesen beiden Körpern. Hager giebt als Mischungsverhältnisse z. B. an: 100 Th. Zinn werden mit 50 Th. Quecksilber amalgamirt, gepulvert, mit 50 Th. Salmiak und 60 Th. gepulvertem Stangenschwefel gemischt. In einem Glaskolben wird dieses Gemisch im Sandbade langsam bis zum schwachen Rothglühen erhitzt und zwar so lange, bis schweflige Säuredämpfe auftreten. Nach dem Erkalten des Kolbens wird dieser zerbrochen. Unten findet sich gewöhnlich eine Schicht von stahlgrauem Einfachschwefelzinn, darüber das Zinnbisulfid. Im Halse des Kolbens findet man gewöhnlich Zinnober ansublimirt. Das Quecksilber und der Salmiak dienen nur dazu, die Entstehung des Musivgoldes zu erleichtern.

Anwendung findet das Musivgold, mit Gummischleim angerieben, als unechtes Muschelgold zur Wassermalerei; ferner mit Firniss oder Lacken angerieben zu Bronzeüberzügen und endlich zum kalten Bronziren. Reibt man nämlich Kupfer mit einer Mischung aus 1 Th. Schlemmkreide und 1 Th. Musivgold mittelst eines weichen Lappens kräftig ein, so erhält dasselbe einen schönen Goldglanz.


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Armand


23.01.2009 17:30 Cleantex ist offline E-Mail an Cleantex senden Beiträge von Cleantex suchen Nehmen Sie Cleantex in Ihre Freundesliste auf
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Was wir jetzt brauchen ist Zinnsulfid SnS2, es ist die Basis für diese Farbe.
Selbst herstellen kommt nicht in Frage, es gibt genug Quecksilber-Opfer.
Aber die Autoindustrie, vor allem die Zulieferer verwenden es.
Es wird bei Brems- und Kupplungsbelägen als umweltfreundliches Additiv benutzt.
Es scheint heutzutage auch relativ teuer zu sein, die Betonung liegt auf relativ.

Auf dem freien Markt habe ich es bis jetzt nicht aufgetrieben, wir werden also wieder
jemand aus der Gross-Industrie anpumpen müssen. Aber das ist ja nicht das erste Mal. smile
Es gibt eine Firma in Österreich, Chemetall, die hauptsächlich Metallsulfide herstellt,
da will ich mal zuerst anklopfen, früher oder später kriegen wir es doch.

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Armand


25.01.2009 18:54 Cleantex ist offline E-Mail an Cleantex senden Beiträge von Cleantex suchen Nehmen Sie Cleantex in Ihre Freundesliste auf
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Es gab vor kurzem eine Auktion bei Ebay, die ich leider verpasst hatte.
Da ich aber in Hinsicht Bindungsmittel auf einem neuen Weg bin, ist es
zuerst einmal nicht so wichtig. Sicher scheint, dass es keine Lösungsmittel
darin gab, sonst wäre auch der Inhalt dieser Flasche schon verdunstet.

Auch wenn die alten Handwerker wohl mit anderen Gebindegrössen gearbeitet haben,
so ähnlich mag es auf den Tischen ausgesehen haben.



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Armand


10.04.2009 12:36 Cleantex ist offline E-Mail an Cleantex senden Beiträge von Cleantex suchen Nehmen Sie Cleantex in Ihre Freundesliste auf
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Das Rätsel scheint gelöst und es ist keine Goldbronze.
Ich habe eine Firma in Europa gefunden die diese Methode noch benutzt
und das Produkt in kleiner Menge nach altem Rezept herstellt.
Sobald das Fläschen in meinen Händen ist, mache ich den Test.


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Armand


24.04.2009 01:52 Cleantex ist offline E-Mail an Cleantex senden Beiträge von Cleantex suchen Nehmen Sie Cleantex in Ihre Freundesliste auf
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Das Verfahren das bei den Bajazzo's und anderen Vorkriegsgeräten angewendet wurde heisst : Waschvergoldung
Das Produkt hat seit jeher mehrere Namen, Waschgoldfirniss, Lüsterfarbe oder auch nur Lasurfarbe.
Diese Lüsterfarbe lässt glänzende Oberflächen durchscheinen und gibt ihnen einen Goldähnlichen Glanz.
Um zu Testen habe ich eine verzinnte Leerdose benutzt, der Glanz ist natürlich etwas höher als bei einem feuerverzinnten Blech,
aber es beweist dass das Produkt richtig ist.
Fotografieren ist bei solchen Oberflächen nicht ganz einfach desshalb habe ich einen Spiegel benutzt, so sieht man doch schon die Reflexion.
Die Farbe verläuft aussergewöhnlich gut, man sieht keine Pinselstriche und auch das Trocknen geht schnell.
Es wird heute noch hergestellt neben anderen "antiken" Produkten von der Blattgoldschlägerei Erich Dungl Gmbh in Österreich.

Erich Dungl Gmbh - Firnisse

Die Farbe ist Citron
Es gibt einige Bajazzo's bei denen der Goldschimmer etwas rötlicher war. Ich nehme an dass dort die Farbe Orange verwendet wurde.
Bezugsquelle in Deutschland ist die Blattgoldfabrik Gerstendörfer. Im Shop findet man das Produkt.

Gerstendörfer Blattgoldfabrik

Der Preis ist absolut tragbar 20,35 Euro für 500mL und wird auch als Päckchen versandt
.

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Waschvergoldung_01.jpg Waschvergoldung_02.jpg



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03.09.2009 22:07 Cleantex ist offline E-Mail an Cleantex senden Beiträge von Cleantex suchen Nehmen Sie Cleantex in Ihre Freundesliste auf
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Ein neues Teil vom Puzzle um den Bajazzo scheint gelöst.

Es geht um die Relation zwischen Jentzsch und Meerz als Hersteller und nie gefundene deutsche Patentrechte um den Bajazzo.

Eine neu aufgetauchte englische Export-Version von J&M bringt des Rätsels Lösung.

Die Fotos von diesem englischen J&M Export beweisen den Bezug auf "The Clown" zusammen mit dem original Pickwick,
aber viel wichtiger, auf das Original-Patent vom Belgier Gerard Pessers.
Und dass J&M diese Rechte anerkannt und wohl auch Lizenzen bezahlt hat.

Patent Bajazzo

Im International Arcade Museum gibt es ein Bild der Export-Version von J&M das mit dem eben aufgetauchten Automaten
kompatibel ist.

International Arcade Museum J&M Export-Bajazzo

Cleantex hat diese Bilder (verkleinerte Versionen) angehängt:
Jentzsch_Meerz_Patent_01.jpg Jentzsch_Meerz_Patent_02.jpg
Jentzsch_Meerz_Patent_03a.jpg



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Armand


25.09.2009 21:06 Cleantex ist offline E-Mail an Cleantex senden Beiträge von Cleantex suchen Nehmen Sie Cleantex in Ihre Freundesliste auf
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Auch wenn Jentzsch und Meerz nicht direkt die Erfinder des Bajazzo's waren,
stand die Qualität der Produkte unbestritten weit über der Konkurrenz.

Aber es gibt trotzdem ein Jentzsch und Meerz Patent zum Bajazzo !

Es geht dabei um die berühmte Doppeltauszahlung.
Wenn ein Gewinn erzielt wird und bei dem nächste Spiel sofort wieder ein Gewinn, dann wird dieser Gewinn doppelt ausbezahlt.
Durch eine mechanische Weiche wurde der Kugellauf so gestellt dass nach einem ersten Gewinn die Kugel zweimal das Rad auslöste,
die Weiche wurde nach einem erfolglosen Versuch wieder zurück gestellt.
Garnicht so blöd, hat es doch einen Spieler dazu verleitet es nach einem Gewinn nochmal zu versuchen und so das Spiel fort zu setzen.
Vielleicht sogar der erste Automat überhaupt mit diesem perfiden Hintergedanken.

Hier ist das Patent, und die Fotos von meinem Bajazzo (unrestauriert)

J&M Patent für die Doppelt-Auszahlung




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Viele Grüsse

Armand


18.11.2009 22:24 Cleantex ist offline E-Mail an Cleantex senden Beiträge von Cleantex suchen Nehmen Sie Cleantex in Ihre Freundesliste auf
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