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Geschrieben von Cleantex am 09.08.2012 um 13:22:

 

Ich habe Zeit und es regnet nicht. Die Fräshilfe habe ich zusammengebaut, jetzt geht es an die frische Luft und hoffe dass ich das ohne Schrott hinbekomme.



Geschrieben von Cleantex am 09.08.2012 um 16:42:

 

Das ging jetzt relativ flott, es geht doch nichts über selbstgebastelte Hilfsmittel. Die Löcher hatte ich gestern verschlossen.
Gefräst habe ich mit 17mm Kopierflansch und 12mm Schlichtfräser. Das macht 2,5mm Abstand von der Führungsschiene.
Jetzt kann ich als nächstes Scharniere und Schlösser montieren damit endlich Leben in die Kiste kommt.



Geschrieben von Cleantex am 16.08.2012 um 16:21:

 

Heute habe ich das Gehäuse fertig gebaut, Scharniere und Schlösser sind drin.
Das Anpassen der Scharniere war doch etwas Fummelei da man immer irgendwo ein paar 1/10 Millimeter unterlegen muss. Dann habe ich noch etwas getan, und zwar Stuhlgleiter unter dem Gehäuse angebracht. Das hat Wulff später auch gemacht. Frühere Automaten sind oft am Boden beschädigt worden, durch das Aufsetzen auf eine harte Oberfläche. Dann geht es dem Furnier an den Kragen. Benutzt habe ich die Gleiter von Hettich N° 89486. Die haben einen Durchmesser von 23mm, der Nagel hat 2,2mm. Wenn man also mit 2mm vorbohrt kann man ihn problemlos einschlagen.



Geschrieben von Semtex am 16.08.2012 um 19:28:

Daumen hoch!

Hallo Cleantex,

sieht ja mal richtig edel aus Dein neues - altes Gehäuse. smile
Meinen Glückwunsch!

Grüße

Semtex



Geschrieben von Cleantex am 16.08.2012 um 20:10:

 

Ich wollte das eigentlich nie so ausführlich machen, Wulff-Banditen sind ja eher ein Einsteigermodell. smile
Als ich dann die vielen kleinen Probleme an diesem festgestellt hatte, ist mir die Idee gekommen ein Kompendium zu den Wulff Banditen zu schaffen. Es gibt ja eigentlich nur geringe Unterschiede und genau Einsteiger sollen davon profitieren wenn sie mit speziellen Problemen konfrontiert sind. Auch bei mir soll er dann als "Lustobjekt" für Besucher hängen, das war der Sinn. Ich kann mich noch genau erinnern als ich als Kind in dieser Kirmes-Bude daran spielte, die ich immer noch visuell vor mir habe. Die Rotomat, Novomat waren meine Lieblinge. Beim Derby war das Geld zu schnell weg, und beim Elektromat auch. smile



Geschrieben von Cleantex am 06.09.2012 um 15:47:

  Wulff Startmechanik

Das erste Teil das wieder in die Kiste eingebaut wird ist die Startmechanik. Die ist neben der Maschine selbst recht kompliziert und besteht aus etlichen Teilen die ich auf dem Foto nach der Novomat-Dokumentation nummeriert habe. Besonders kritisch ist der Zusammenbau des Starthebels mit Aussenplatte und Kupplungsplatte 67 durch einen dicken Bolzen. Da die Teile teilweise neu lackiert sind ist hier schnell ein Unheil angerichtet. Als nächstes folgt der Zusammenbau Schritt für Schritt. Alle Wulff-Varianten sind bis auf Kleinigkeiten identisch.

Novomat Ersatzteilliste



Geschrieben von Cleantex am 06.09.2012 um 21:44:

  RE: Wulff Startmechanik

Hier die Montage des Starthebels an Teil 67.

Bevor man anfängt sollte man zuerst die beiden Gummipuffer in der Aussenplatte fixieren. Sie sind bei der Montage wichtig
um Schäden am Lack zu vermeiden. Leider fallen sie ohne klemmende Befestigung von selbst aus den Ausbuchtungen.
Ich habe eine gute Methode gefunden indem ich ein kleines Stück selbstklebendes Wildleder (gibt es für Schuhe die rutschen Augenzwinkern )
an jede Gummitülle geklebt habe. So sitzen sie fest und man kann die beste Seite zum Anschlag hin drehen.
Zusätzlich wird der Starthebel mit Schaumstoff umwickelt, denn er kann immer noch gegen die Aussenkante knallen.





Teil 67 wird vorbereitet indem wir den Bolzen schon mal teilweise eintreiben. Das sollte wenn möglich so zurück in die Position sein,
wie er vorher drin war, denn die Spitze ist etwas dünner. In der angezeigten Richtung geht die Montage nachher einfacher.
Für die ersten 1,5cm des Weges hat sich ein 6,5mm Schraubeinsatz bewährt, Abrutschen ist damit nicht möglich.





Bevor der Starthebel in die Aussenplatte geschoben wird sollte man die Buchse fetten oder ölen. Ich bevorzuge Robbe Teflonfett,
denn auch wenn der Automat aus den 50er oder 60er stammt, diese Freiheit nehme ich mir. Augenzwinkern





Nun wird auch Teil 67 aufgeschoben, und zwar so dass der Fortsatz der nachher die Mitnehmerklinke 64 aufnehmen wird,
in die gegenläufige Richtung vom Knauf zeigt. Bitte nicht um 180° verdrehen, einmal reicht der Stress mit dem Bolzen. smile
Dann auch aufpassen dass das Loch in der Achse mit dem Loch in Teil 67 genau übereinanderliegt. Die einzig mögliche Auflage
für das Eintreiben ist die Achsenbuchse von Teil 67. Mit einem Brett hochkant in einem Schraubstock geht es am besten,
auch wenn das hier etwas lang ist.





Das Brett muss genau zwischen die beiden Platten passen, und auf der Achsenbuchse unten aufliegen, dann ist auch schnell
der Lümmel drin und die Lackoberfläche unbeschädigt. Das Gröbste haben wir durch.





Geschrieben von Cleantex am 07.09.2012 um 20:11:

 

Das weisse Teflonfett ist für Achsen und Getriebe echt super. Aber bitte nicht verwechseln, Robbefett und Robbenfett.
Letzteres verstößt in Deutschland gegen das Tierschutzgesetz und der Import ist verboten. Zunge raus





Fahren wir fort mit der Sperrscheibe 66. Sie wird einfach nur so eingelegt dass die "Nippel" nach oben schauen.
Die Sperrscheibe wird später durch die Stange 69 an den Münzsortierer gekoppelt. Sie sorgt dafür dass die Kraft
am Starthebel nur von der Platte 67 auf die Platte 65 übertragen wird, wenn eine Münze eingeworfen wurde.
Ansonsten wird die Klinke 64 angehoben und es gibt keine Betätigung der Maschine. Die Stahlscheibe
habe ich beidseitig nur geölt da die Kräfte gering sind, und eine hohe Viskosität wie bei Fett hier etwas bremst.





Die Kupplungsplatte 65 wird aufgelegt, seitlich geölt und an der Achse gefettet. Auch hier sind die Stiftbolzen oben.





Auf den kleineren Stiftbolzen kommt jetzt die Mitnehmerklinke 64, ohne sie gibt es kein Automatenbetrieb denn sie
überträgt die Kraft. Die Richtung sieht man auf dem Foto. Auch sie bekommt an der Achse ihr Fett weg. Diese Klinke
ist nicht mit einer Sicherungsscheibe fixiert, sondern mit einem kleinen Splint.
Da der alte meist nach zweimaligem Biegen hin ist, holt man sich hier man besten ein Päckchen auf Lager.
Auch am Münzprüfer gibt es sie. Etwa 1,2 oder 1,3mm ist der richtige Durchmesser.





Links und rechts fehlt noch etwas. Links die Kunststoffrolle 64 a, und rechts die Sperrklinke 63 die dafür sorgt
dass der Starthebel ganz durchgezogen wird.
Da die Sperrklinke hier direkt auf dem Zinkgussposten der Anbauplatte sitzt, muss man beim Lackieren aufpassen
dass hier kein Belag entsteht, oder man putzt ihn mit Aceton wieder ab. Augenzwinkern





Auf jeden Topf seinen Deckel. Zuerst wird die Achse gefettet, dann wird er mit den zwei Maschinenschrauben fixiert.





Wie beim Foto der Einzelteile angesprochen müssen noch die 3 Federn eingefädelt werden. Damit ist unsere
Mechanik fertig für den Einbau. smile Die restlichen Teile kommen erst im Gehäuse zum Einsatz.








Geschrieben von Cleantex am 29.09.2012 um 23:48:

 

Die Montage der Startautomatik geht am einfachsten im Liegen, auf dem Gehäuse wenn es seitlich hochgestellt wird.
Vorher wird noch die Halterung 52a für die Rückholfeder und den Dämpfer montiert, die Stiftachse ist hinten.



Für die Befestigung brauchen wir 4 Schloßschrauben mit 6mm Gewinde, 3 von 35mm Länge und eine von 25mm Länge.
Sonst steht die Letzte dem Teil 80, der Schiene an der Rückholfeder, im Weg.



Bei den Schrauben gibt es sehr unterschiedliche Qualitäten, da sie ja eher für Gartenzäune und ähnliche Bauten gedacht sind,
wird auf Schönheit oft keinen Wert gelegt, einige haben Buchstaben eingeschlagen, andere sehen angeknabbert aus.
Bei Hornbach habe ich gute Qualität gefunden und man kann sie sich auch noch aussuchen. Bei den Löchern sollte man achten
dass die Schrauben von selbst "reinfallen", eventuel die Löcher im Holz etwas nachfeilen. Auf jeden Fall seitliche Spannungen vermeiden, denn Holz arbeitet immer etwas.



Nachdem die Hebelmechanik befestigt ist fehlt nur noch die Rückholfeder und der Dämpfer. Die Schiene wird am Nippel
der zum Holz zeigt und an der Innenplatte 67 (die mit dem Lümmel) aufgesteckt, und durch eine Scheibe gesichert.
Man kann auch, wenn man Bärentatzen hat, die Hebel alle schon vor der Montage im Gehäuse an der Hebelmechanik befestigen,
aber dann schwenken sie solange in der Landschaft herum.



Und oben wird einfach nur eingehängt.



Jetzt können wir auch den Schutz am Abzugshebel entfernen, ab jetzt kann dort nichts mehr passieren.
Als Vorbereitung für das Nächste, den Münzdurchlauf, können wir noch den Überlaufkanal 60 montieren,
solange wir noch gut an diese Stelle rankommen. Er führt vom Münzsortierer zur Auszahlungsschale.



Geschrieben von Cleantex am 15.10.2012 um 18:27:

  Der Münzsortierer

Weiter geht es mit der Reste-Verwertung, wir ziehen diesmal einen Münzsortierer aus dem Müllsack. smile

Ich hatte noch ein paar Eisenteile von einem zerfallenen Sortierer in Reserve. Die Zinkteile wollte ich
von Leo's ehemaliger Eichhörnchen-Pinkelbude nehmen. Die Rasselbande hatte überall im stark oxydierten
Perfekta Nüsse versteckt und alle Eisenteile waren mehr als angerostet.

Wer jetzt mehr über die Funktionsweise des Sortierers wissen möchte, Tobias hatte mal darüber geschrieben.
So brauche ich es nicht nochmal zu tun.

Start des Novomaten

Der Plan ging aber schief, weil Wulff die Konstruktion in der Zwischenzeit verändert hatte. Denn bei den späteren Automaten
wie dem Perfekta bewegt sich die Gleitschiene 78 in Kunststofflager, somit ist der Schlitz auch breiter als früher und nur ein Betrieb
mit den speziell geformten Lager möglich. Da die vorherige Konstruktion mit der Gleitschiene direkt auf Zink auch gut funktioniert
ging es wohl nur darum den Geräuschpegel zu reduzieren.



Das grösste Problem aber ist dass man das Plastelager zwar unten einstecken kann, oben aber nicht, da bei der alten Version
das T-Stück oben angenietet war, beim Perfekta ist es geteilt und abnehmbar. Nix mit Austausch, warum Wulff hier nicht eher die alte
genietete Konstruktion so gelassen und die Lager offen gestaltet hat ?

Also bleibt nur die Teile zu behalten und neu aufzuarbeiten. Dabei musste an den 2 Gleitstellen der beschädigte Nickelauftrag
ganz mit der Stahlbürste entfernt werden, da scharfkantig und gefährlich für die Lager. Für diese kleinen Scheisserle gibt es leider
keinen Ersatz. Inzwischen benutze ich eine Methode um eine Messingauflage auf das blanke Eisen aufzubringen, ganz einfach
mit der kleinen Messingbürste von Proxxon. Ab einer bestimmten Temperatur und Rotation bildet sich eine dünne Schicht,
das Eisen wird plattiert und geschützt.



Ein Teil das öfters am Münzsortierer gebrochen ist oder fehlt ist der Anschlagring 74.
Kein Wunder denn er bekommt immer wieder vom Schwenkhebel 76 eine geknallt. smile



Diesen 8mm Ring kann man aber selbst aus anderen Wulff-Resten einfach anfertigen wenn man einige Abstandshülsen für das Chassis hat.
Diese Abstandshülsen gibt es erst an jüngeren Banditen an der Stange 26 um den Abstand an der Gehäusebefestigung zu fixieren.
Und da man die manchmal ändern muss weil die Schraubenlöcher ausgeschlagen sind, ist das Teil unwichtig.
Aber mit einem kleinen Rohrschneider aus dem Baumarkt kann man sich den Anschlagring 74 aus den Abstandshülsen selbst fertigen.
Nur einen 10mm Holzdübel (Innendurchmesser Teil 74) sollte man noch einschieben, der fehlt auf dem Foto.






Geschrieben von Cleantex am 25.10.2012 um 20:02:

 

Jemand hier hat in seiner Signatur den Text stehen "Nur nichts wegschmeissen", genau das trifft den Punkt sofern keine Brüche
vorhanden sind.
Der Münzsortierer hat nach Fertigstellung nichts mehr mit der Eichhörnchen-Kinderstube gemeinsam. Auch die Federn sind noch original.
Bei diesen kann man keine Stahlbürste oder Schleifmittel einsetzen, da es dadurch Mikrorillen gibt die zu einem Bruch führen könnten.
Wenn der Rostansatz nicht zu schlimm ist benutze ich einfach Never-Dull.
Wenn der Rost tiefer geht lege ich die entfettete Feder in Nigrin Rostumwandler. Das schäumt nach einiger Zeit ganz schön.
15 Minuten bis 1 Stunde maximal reichen, die Nacht über würde ich es auf keinen Fall drin lassen, dann ist morgens (fast) nichts mehr übrig.
Dann sofort wässern und trocknen (Föhn). Danach kurz Never-Dull, abwischen und Ballistol.



Was die "Verbesserungen" an den späteren Sortierer anbelangt, da meine ich und das ist subjektiv, dass es eher
Verschlechterungen waren. Ich hatte die Plastikführung für die Gleitschiene schon angesprochen,
es gibt aber da noch so ein Ding.
Die Münze wird ja mit einer gewissen Kraft durch den Stift am Schwenkhebel 76 gezogen und schnellt (oder knallt)
so direkt an der untere Seite in die Kurve. Um hier Schäden zu vermeiden hat man bei den späteren Sortierer ein
Metallstück aus 2mm Eisenblech eingebaut das diesen Schlag wohl abfangen soll. Gut gemeint,
hat es aber einige Nachteile denn durch neue Ecken und Kanten hat man eine ideale Stelle für Schmutzablagerungen geschaffen.
Das habe ich auch beim Auseinanderschrauben feststellen müssen daß sich hier der meiste Schmutz angesammelt hatte.



Eine andere Sache wo man aufpassen muss ist die "Ingenieurkunst" der Aufsteller.
Denn anstatt 6 Schrauben zu lösen und den Sortierer innen zu reinigen (2-3 Minuten) haut man lieber mal
mit dem Schraubenzieher rein.
Wenn man das oft genug getan hat wird der Zink verformt und blockiert die Münze dann wirklich. Man muss
also beim Restaurieren immer schauen ob es nicht solche Attentate gibt und die Stellen innen begradigen.




Geschrieben von Cleantex am 05.03.2013 um 21:24:

 

Irgendwie soll er ja mal fertig werden, also habe ich heute auch wieder etwas daran gearbeitet.
Wichtig, man sollte vor der Montage des Münzsortieres nochmal den Dämpfer an der Startautomatik überprüfen. Es hat sich gezeigt dass die regenerierten Lederkolben nur begrenzte Zeit funktionieren und da es ja jetzt Ersatz gibt ist es besser gleich neue 23mm Lederkolben zu verwenden. Ich werde es jedenfalls tun.

Da gebe ich mal direkt den Link durch wo wir das Thema hatten :
Wulff Lederkolben für Dämpfer

Als nächstes erfolgt die Montage des Münzsortieres mit 2 Schloßschrauben 6mm Gewinde von 35mm Länge.
Es bleibt als Letztes in dieser Ecke noch übrig, die Schubstange 69 um den Münzsortierer mit der Startmechanik zu verbinden. Man sieht sie oben auf dem Teile-Foto und findet gleichzeitig darüber den Link auf die Original-Novomatteileliste. Dort heißt sie "Zugstange für Gleitschiene mit Durchreißklinke 78".

Genau gesehen hat sie 2 Funktionen :

1. Als Schubstange muss sie die Durchreißklinke 78 weit genug öffnen dass die Münze nicht auf ihr liegen bleibt.
2. Als Zugstange muss sie durch die auf der Münze liegende Durchreißklinke 78 die Kupplung soweit stoppen dass sie den Start freigibt und weiterhin danach die Münze aus dem Sortierer zieht.

Sie muss also auf die richtige Länge eingestellt werden, dafür gibt es auf einer Seite ein langes Gewinde mit Kontermutter und das machen wir jetzt.
Die verstellbare Seite sollte man zum Münzsortierer orientieren da hier die nachsträgliche Anpassung am einfachsten geht.

Alles was wir brauchen ist eine halbe Visitenkarte die wir zwischen Durchreißklinke 78 und den Sortierkörper stecken, dafür muss die Gleitschiene etwas aufgezogen werden da es hier eine Rückholfeder gibt.



Das sieht dann von unten so aus :



Gleichzeitig muss der Starthebel in Grundstellung sein, was eigentlich der Normalzustand ist.



Die Gleitschiene muss in der oberen Position bleiben, Achtung sie verstellt sich auch leicht nach unten mit Visitenkarte da es an der Gleitschiene selbst keine Feder gibt.

Ist alles richtig dann können wir die Distanz an der Schub/Zug-Stange 69 auf die Lagerzapfen einstellen.
Das ist unten der einzige Zapfen an der Kupplungsplatte 66 und oben der Zapfen an der Gleitschiene.
Wenn wir jetzt die Visitenkarte herausziehen sollte unsere Startmechanik richtig eingestellt sein.



Geschrieben von Cleantex am 28.05.2013 um 11:12:

 

Kurzer Stand, ich komme sowieso nicht so sehr zum basteln im Augenblick da wir beim Neubau im Endstadium sind, ich und das Haus. Augen rollen

Die drei Druckknöpfe habe ich zu Breidert-Galvanik geschickt, zum Neuverchromen. Die sind jetzt 2 Wochen weg, und ich schätze dass es nochmal so lange dauert bis sie wieder hier sind, die scheinen viel Arbeit zu haben. Aber wie schon gesagt, ich habe sowieso nur knappe Freizeit.



Geschrieben von Cleantex am 17.06.2013 um 15:09:

 

Ich habe jetzt meine Druckknöpfe zurück, die sind eigentlich schon sehr perfekt und würden eher in einen neuen Lambo passen. Ich finde auch, Breidert liefert hochwertige Arbeit.



Geschrieben von Patschinski am 17.06.2013 um 21:19:

 

Hallo Armand,

die Druckknöpfe sehen super aus, aber wolltest du sie nicht erst vernickeln lassen? Wieso hast du dich dafür entschieden? Und was muss man dafür ca. hinlegen?

Viele Grüße,

Patrick



Geschrieben von Cleantex am 17.06.2013 um 22:39:

 

Hallo Patrick,

Die Novomat Knöpfe sind vernickelt, die hier waren verchromt. Wahrscheinlich nicht in bester Qualität sonst hätte es darunter nicht so gerostet und Blasen geworfen.
Aber das hier ist ja eher ein Experiment, aus Schrott mach neu. Eigentlich ein Fall für die Young Brüder. smile
Mir ging (geht) es darum einen Bericht zu erstellen was möglich ist und gleichzeitig eine Anleitung für die meisten Wulff-Automaten. Einen Novomat würde ich nicht so behandeln. smile Der hier sollte schon etwas aushalten denn er kommt in eine Eingangshalle für spielfreudige Besucher. Und den mache ich jetzt fertig, bevor er mich fertig macht. Ach ja, 15 Euro pro Knopf, aber die Arbeit ist wirklich gut und falls ich mal etwas zum Verchromen habe dann geht es wieder an Breidert. Dafür werden sie zuerst entchromt, gereinigt und dann alle Schichten bis zum Chrom neu aufgebaut.



Geschrieben von Cleantex am 18.06.2013 um 15:36:

 

Die Knöpfe sind eingebaut, danach war die Walzenbeschriftung an der Reihe. Die alte Papierbänder gehen eigentlich sehr gut mit einem kleinen Spachtel runter, manchmal muss man mit Kratzen etwas nachhelfen. Danach habe ich an der Oberfläche mit der kleinen Messingbürste noch Kleberreste entfernt und mit Aceton nachgereinigt. Die Position der ersten Zahl ist ja durch ein Loch gekennzeichnet, das habe ich bisher bei allen meinen Wulff-Banditen festgestellt. Die Striche beidseitig sind die Markierung für die genaue Ausrichtung. Da aber oberhalb der ersten Zahl das Walzenband verlängert ist damit beide Enden überlappen muss die erste Zahl unten auf die Markierung 2 gesetzt werden, damit alles richtig läuft. Eigentlich ganz einfach.
Ich habe es so gemacht dass ich etwa 4mm vom Kleberücken oben am Band entfernt, und dann die erste Zahl mit einem Stück Tesa in der richtigen Position fixiert habe. Danach kann man langsam den Kleberücken abziehen und eine Zahl nach der anderen aufdrücken bis zur Letzten. Bevor man die fest klebt entfernt man das Stück Tesa wieder und überlappt die Enden. Jetzt kann man noch mit einem kleinen Tapetenroller dafür sorgen dass die neue Walzenbeschriftung bombenfest sitzt.




Geschrieben von Cleantex am 01.08.2013 um 17:20:

 

Was wir ausser den Beschlägen am Gehäuse noch brauchen ist durchsichtiges Zeug.

- Plexi oder anderes Kunstglas
Etwa 1mm Stärke für die Spielregel-Beschreibung und die PTB-Plakette falls vorhanden. Das Material lässt sich im allgemeinen gut einritzen
und dann brechen, beide Fenster des Halters sind unterschiedlich in der Grösse, man muss es am Objekt anpassen.

- Fensterglas
Das bekommt man preiswert bei jedem Glaser.
Zuerst für die Walzenabdeckung, wenn nötig, 6mm dick und etwa 174x71mm.
Dann für die Abdeckung am Gewinnplanhalter, 4mm dick und etwa 151x64mm.
Trotzdem sollte man kontrollieren, es gibt Unterschiede in dem Guss, denn sonst kracht es wenn man die Schrauben anzieht. smile
Gut ist es an der dem Halter zugewandten Seite 4mm breite selbstklebende Filzstreifen anzubringen, so wie Wulff es auch schon getan hat.

Eine Verschlechtbesserung ist mir dann noch aufgefallen, die "neuen" Klinken.

Es geht hierbei um das Teil 24 auf der Novomat-Ersatzteilbeschreibung. Speziell um die Klinken an den Abreißhebel die selbst unverändert blieben.

Bei Wulff ist wohl das passiert was bei vielen Firmen passiert wenn sie zu schnell wachsen. Hier sieht man wieder klar dass es zwischen Kundendienst und Entwicklung an Kommunikation gefehlt hat.
Die neueren Klinken hatten im Gegensatz zu den Älteren, von denen es verschiedene Versionen gab, eine entscheidende Änderung, einen verlängerten Arm zum Einhängen der Rückholfeder. Auf dem Foto eine Perfekta-Klinke im Vergleich mit einer älteren Rotomat-Klinke. Die federnde Lagerung hat nur eine zweitrangige Bedeutung, da sie nur da ist wenn es eine Blockade gibt oder Klinke und Käfig-Stange genau axial so aufeinander treffen dass es zur Blockade kommen könnte. Mit einem Frühstückbrettchen funktioniert es auch, wie Andy's Reparatur gezeigt hat.



Da ich von den Perfekta-Klinken Reserve hatte konnte ich mir erlauben eine davon so zu kürzen dass sie nicht weiter heraussteht als die alten Versionen. Das war aber nur Selbstzweck damit der Nachstart überhaupt funktioniert und das möchte ich Wulff nicht anlasten, aber es kommt schlimmer. Jedenfalls zeigt es dass die verkürzte Version nach altem Schema ebenso gut funktioniert wie die neue, verlängerte Version. Eine grundlose Änderung mit Folgen.



Die Folgen.

Es ist so dass wenn eine Feder an einer Klinke bricht, (meist tut sie das an der Einhängung), dass man nicht rankommt solange die Hauptwelle Teil 36 in Funktionsstellung ist. Man muss sie also zuerst an der Laufwerksseite lösen, den unteren Anschlagbolzen mit Gummipuffer Teil 13 entfernen, die Luftpumpe Teil 21 lösen, dann noch die Schlitzschiene Teil 34 an der anderen Seite aushängen, kein grosser Aufwand. Wenn alles lose ist kann man die Hauptwelle ein Stück herausziehen und dann lässt sie sich nach hinten kippen und man hat freien Zugang zu den Klinken.



Das aber funktioniert so nicht mit den neuen verlängerten Klinken. Denn beim Herausziehen stoßen die Klinken hinten an die Walzen. Es bleibt also nichts anderes übrig als auch noch die Walzenmaschine mit auszubauen. Änderungen die nicht notwendig waren und den Kundendienst erschwert haben.



Geschrieben von Cleantex am 01.08.2013 um 18:29:

 

Endlich ist es soweit dass die Maschine eingebaut werden kann. smile
Ehrlich gesagt, für mich funktioniert das am besten wenn die Front flach auf einem weichen Schaumgummi aufliegt. Auch desshalb weil die Maschine beim Einsetzen seitlich in den Startmechanismus eingefädelt werden muss, ein etwas heikler Moment für die Walzenbeschriftung wenn die Abdeckung aus Metall ist und in den Walzenzwischenräumen einliegt.
Ich habe da eine schonende Möglichkeit gefunden, man legt einfach vor dem Einsetzen eine Lage Wischpapier über die Abdeckung. Dann fädelt man die Maschine ein, befestigt sie aber mit den 2 Flügelschrauben zuerst nur unten. Wenn man sie jetzt oben etwas hochhält kann man problemlos das Papier herausziehen und definitiv die oberen beiden Schrauben auch festziehen.



Bleiben noch die restlichen Justierungen an der eingebauten Maschine.

a) Da ist zuerst die Steuernocke Teil 42 für die Sperrstange am Münzsortierer. Sie wird so eingestellt dass im Ruhezustand die Sperrstange direkt an der Nase der Nocke aufliegt und sofort freigegeben wird wenn der Starthebel betätigt wird. Sinn der Sache ist dass nachgeworfene Münzen sofort wieder während einem laufenden Spiel in die Auszahlungsschale umgeleitet werden. Wulff wollte an Verwirrten oder Betrunkenen kein Geld verdienen. fröhlich

b) Dann, auch wieder am Münzsortierer eine Rolle die fast 180° zur Steuernocke steht und sich in die andere Richtung bewegt. Dieses Teil gab es an den ersten Banditen nicht. Weder die Rolle noch den verlängerten Arm am Sortierer. Es funktioniert also auch ohne. Es gibt aber einen Zweck. Die Rolle wird so eingestellt dass sie genau vor dem Anheben des Armes steht und diesen beim Start in die Höhe drückt. Der Sinn hierbei war, anstatt dass die Münze durch die Federhalterung an der Sperre durchknallt, diese geöffnet wird und die Münze schonend in den Münzsortierer fällt. Man sieht an alten Sperren dass diese Metallstange im Sortierer manchmal ganz schön abgenutzt war. Die Massnahme war wohl haupsächlich, neben der Schonung, eine Dämpfungsmassnahme für die Wulffsche Geräuschkulisse. Dann fragt man sich wieder warum zusätzlich in der Kurve ein Hartmetallstück bei den neuen Banditen eingesetzt wurde wenn der Münzeinlauf sowieso sanfter gemacht wurde, verstehe wer will.



c) Es gibt dann noch ein Teil neuerer Bauart, eine Verstellung an der langen Schlitzstange Teil 14. Wenn es diese Verstellung gibt sollte man sie so einstellen dass der Kipphebel Teil 8 am Ende der Startphase, also bevor die Hauptwelle zurück schnellt, soweit hochgehoben wird dass die Rasthebel Teil 2 etwa 1-2mm über den Abgleitfingern Teil 9 stehen und diese sicher einrasten. Möglicherweise nur als Begrenzung der Lautstärke gedacht ist es aber auch nicht sehr gut wenn der schwere Kipphebel von grösserer Höhe auf die Abgleitfinger knallt.




Geschrieben von Cleantex am 01.08.2013 um 18:37:

 

Mein Projekt ist abgeschlossen, es hat lange gedauert und hat sich zu einer Dokumentation entwickelt die am Anfang so nicht vorgesehen war. Teile von etwa 6 Maschinen wurden verarbeitet und es sind noch jede Menge Ersatzteile für andere Restaurierungen übrig. Organspenden waren bei den Banditen nie ein Thema. smile Aber jetzt ist Schluss Freude

Noch ein letztes Abschiedsfoto




THE END


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