(m)Eine O-Bajazzo Restaurierung |
Cleantex
Mitglied
  

Dabei seit: 14.04.2008
Beiträge: 1.666
Themenstarter
 |
|
Inzwischen bin ich auch mit der Plakette weiter gekommen.
Ich habe gemerkt dass es nicht so einfach ist einen Online-Shop zu finden der auch ALU-Plaketten fertigt
und ein Gestaltungstool auf seiner Webseite anbietet.
Wenn man Vektor oder Bild-Dateien sendet ist das Resultat relativ unberechenbar, es gibt zuviel Unterschiede.
Es gibt zwar solche Firmen auch in Deutschland, meist wird aber Kunststoff, Metall beschichtet gelasert.
Wenn Ganz-Metall als Gravur angeboten wird ist es als Einzelanfertigung sauteuer.
Ich habe aber einen Shop in Austria gefunden der mit einem befriedigenden Tool ausgerüstet ist um so
eine kleine Plakette Online zu zeichnen. Die Ecken sind zwar nicht abgerundet, das kann ich aber einfach nachholen.
Mal abwarten was auf mich zu kommt, oder ob die doch was auszusetzen haben. Die Grösse ist 40x20mm.
http://www.gravur-shop.at/
__________________ Viele Grüsse
Armand

|
|
04.04.2010 01:55 |
|
|
Cleantex
Mitglied
  

Dabei seit: 14.04.2008
Beiträge: 1.666
Themenstarter
 |
|
Die Plakette ist inzwischen angekommen, leider bin ich mit dem Resultat nicht zufrieden
Schrift und Rand sind viel zu dünn geworden, sowas nennt man Fortschritt, der Laser kanns ja. Die Alten konnten das mit den mechanischen Geräten nicht.
Das zeigt wieder die Grenzen von solchen Online-Tools. Wenn ich dort auf kein Verständnis treffe werde ich es anderswo versuchen. Oder doch Decals drucken, denn ein gutes Abziehbild ist immer noch besser als eine schlechte Gravur.
__________________ Viele Grüsse
Armand

|
|
12.04.2010 12:18 |
|
|
Cleantex
Mitglied
  

Dabei seit: 14.04.2008
Beiträge: 1.666
Themenstarter
 |
|
Ich habe die Plakette inzwischen etwas auf Eis gelegt, die kann immer noch angeklebt werden wenn der Automat wieder zusammen gebaut ist. Ich werde dann auch bei den nächsten Versuchen lieber auf lokale Firmen zurück greifen.
Oder, wenn es nicht klappt, die Schiebebild-Lösung durchführen.
Wichtiger, es muss das Gehäuse jetzt fertig gestellt werden, zuerst die pockennarbige Goldleiste um das Spielfeld. Diese besteht aus Massiv-Messing, etwa 0,4-0,5mm dick, also nicht wenig. Die Vergoldung hat sich pickelig verabschiedet, es sieht teilweise auch nach einer Kupferauflage zwischen Messing und Gold aus. Aber wer kann die chemischen Prozesse in 50 Jahren genau bestimmen ?
Vorläufig möchte ich aber eine Neulackierung mit Goldfarbe vermeiden.
Ich habe jetzt folgende Operation vor. Ich "poliere" mit Silikonschleifer die Oxyd und Goldreste ab bis auf den Messing.
Die kleinen blauen geschossförmigen Silikonpolierer von Proxxon ( 28288 ) scheinen mir hier genau richtig.
Jedenfalls bringen sie von allen Versuchen das beste Resultat. Danach muss ich natürlich mit Filz nachpolieren.
Die Delle wollte ich zuerst nach aussen drücken, der Schuss kann aber nach hinten los gehen da die Struktur noch welliger werden könnte. Also werde ich zuerst versuchen der Delle mit glasklarem Polyester die Ursprungsform wieder zu geben. Dadurch sollte sie weniger sichtbar sein. Und am Ende möchte ich die ganze Leiste nochmal mit Zapon-Lack abdecken.
Cleantex hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
__________________ Viele Grüsse
Armand

|
|
30.04.2010 17:22 |
|
|
Cleantex
Mitglied
  

Dabei seit: 14.04.2008
Beiträge: 1.666
Themenstarter
 |
|
Ich glaube schon dass es vor der Vergoldung eine Kupferauflage gab.
Sont gäbe es keine feuerroten Stellen, ich habe das sonst an Messing anderswo nicht gesehen.
Ich bin überhaupt verwundert dass hier so dickes Messingblech auf Holz aufgefalzt wurde.
Es wurde ja in den 50er fast nur noch eloxiertes Aluminium verwendet.
Beim Aluminium ist man natürlich schnell auf silberfarbig anstatt Goldton.
Da bleibt dann nur Lackieren.
NevrDull & Co funktionieren hier bei den Leisten nicht, Goldreste kann man nur mechanisch entfernen.
Es gibt auch eine Firma die flüssiges Messing! als Epoxyd vertreibt :
Plasticmetall Messing
Ob es aber unsichtbarer füllt als klares Material, da bin ich skeptisch.
__________________ Viele Grüsse
Armand

|
|
30.04.2010 19:58 |
|
|
Cleantex
Mitglied
  

Dabei seit: 14.04.2008
Beiträge: 1.666
Themenstarter
 |
|
Tag der Arbeit, denkste, alle Läden dicht.
Und mir sind die Silikonstifte ausgegangen
.
Mich wundern auch die Unterschiede in dem Schleif/Polier-Verhalten der Proxxon-Einsätze, blau ist nicht gleich blau
Die runden Scheiben sind definitif zu hart für Messing, 28294

Die sind perfekt, man kommt in alle Ecken, nur sie nutzen schnell ab
und man muss aufpassen wenn sie fast abgenutzt sind,
sonst "poliert" man mit der Kralle im Metallstab, 28288

Die Linsen will ich auch noch ausprobieren, das Material
scheint dasselbe wie bei den Spitzen zu sein, 28293

Warum das Ganze ? Auf dem Foto mit der Waage sieht man es. Die Goldauflage ist fast nicht mehr vorhanden und die Oxydation
hat sich auf die Kupferschicht und in den Messing verbreitet. Ich habe irgendwo gelesen dass man besser vor einer Goldauflage
vernickeln sollte. Jedenfalls wird poliertes Messing (oder gealtertes) besser aussehen.
__________________ Viele Grüsse
Armand

|
|
01.05.2010 17:57 |
|
|
Cleantex
Mitglied
  

Dabei seit: 14.04.2008
Beiträge: 1.666
Themenstarter
 |
|
Ich bin heute endlich mal wieder vorwärts gekommen, das war eigentlich schon zu warm draussen, naja, wir kennen's ja.
Ich habe zuerst das Gehäuse etwas aufgearbeitet, dort wo der Leim mir bröcklich schien und auch ein paar Löcher in der Struktur
der Tischlerplatten geschlossen, das Gehäuse soll ja nicht auseinander fallen.
Die gröbsten Löcher zwischen den Lamellen habe ich mit Stabilit aufgefüllt, die kleineren mit PU-Leim von Pattex.
Der ist nicht weisslich sondern honigfarben und füllt im Gegensatz zum normalen Leim Hohlräume und verläuft weniger, da auch die Konsistenz wie Honig ist.
Nach dem alle Goldreste, Oxydation und Kupferauflage mit den Silikonpolierern ab sind, kommt nur noch der reine Messingglanz zum Vorschein.
Die Nachpolitur habe ich mit Rot-Weiss Rubin (Lackpolitur) von Hand gemacht.
Es ist die "schärfste" Politur von Rot-Weiss, aber auf Messing hat es genau die richtige Härte um die letzten Schleifspuren zu beseitigen.
Es ist eigentlich für Lack gedacht, aber es klappt auch auf Metallen, und es ist schneller als Nevr-Dull der ja zum Feinpolieren und Schützen dient.
Ich meine, es könnte sich (da ja neutral) hier ein Konkurrenz-Produkt zu dem teueren Nevr-Dull entwickeln der aber bei
vernickelten oder verchromten Flächen unentbehrlich ist, da er kein Metall abträgt.
Allerdings sind die ROT-WEISS-Pasten die ideale Basis vor dem Lackieren, da sie wie schon erwähnt weder Fette noch Silikon enthalten.
Ich hatte lange überlegt, ob ich die Leisten spachtele, und mit Goldlack überziehe.
Und es dann doch fallen gelassen, den bis jetzt sind 3 O-Bajazzo's bekannt, und auch desshalb will ich ihn schonend behandeln.
Er wird also wie jede banale Türklinke eine Schicht Zaponlack erhalten.
Der Messingglanz wird dem ursprünglichen Goldglanz sehr ähnlich sein, und die Dellen in den Leisten soll er behalten.
Cleantex hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
Cleantex hat dieses Bild angehängt:
__________________ Viele Grüsse
Armand

|
|
21.05.2010 22:20 |
|
|
Cleantex
Mitglied
  

Dabei seit: 14.04.2008
Beiträge: 1.666
Themenstarter
 |
|
Immerhin war das Wetter über Pfingsten gut
Dazu kamen etwa 3 Stunden ohne Wind, das langte auch zum Lackieren.
Inzwischen ist das Gehäuse fertig und auch die Aufhängung.
Ich habe dabei die Methode angewendet die ich bei allen leichteren Maschinen, Bajazzo's und auch
an meinem Derby angewendet habe. Es genügt der Stabilität und sieht gut aus da auch hier die Aufhängung verdeckt ist.
Denn es hat keinen Zweck die Wand mit einem Aufhängekreuz zu sieben, wenn 2 starke Haken reichen.
Zuerst werden 2 Leisten zur Verstärkung auf die Rückwand geschraubt/verleimt, auf der Oberseite etwa 6cm kürzer.
Die Leisten habe ich seitlich lackiert um sie ans Gehäuse an zu passen, es werden noch Dämpfer aufgeklebt um die Wand zu schonen.
Oben kommen 2 Schrankaufhänger die ich durch die Leisten und Gehäuse mit Scheiben und Muttern auf der Innenseite sichere.
Der Automat hängt so sehr stabil, solange man die Tür nicht öffnet
Denn dabei verlagert sich das Gewicht hauptsächlich auf den Aufhänger an den Scharnieren, und das haupsächlich in Zugrichtung.
Beim meinem ersten Versuch beim Derby hat es die Aufhängung nach hinten verbogen
Schlimmer, wenn ich die Tür um mehr als 90° öffnet steigt er auf der Schloss-Seite gegenüber aus dem Aufhänger,
Unfall vorprogrammiert.
Das kann man aber sehr einfach beheben durch 2 Massnahmen :
1. Man befestigt eine Öse durch die Rückwand mit einer Mutter die genau über dem Haken an der Scharnier-Seite
in diesen einklinkt, und so den seitlichen Zug auffängt. Ausserdem kann man so die Distanz zur Wand verstellen.
2. Man befestigt Haken und Aufhänger auf der Schloss-Seite mit einem Nylonbinder.
Dann sieht es nicht nur Klasse aus, sondern funktioniert auch perfekt.
Achja, die PTB Anmeldung reiche ich auch noch nach.
Cleantex hat diese Bilder (verkleinerte Versionen) angehängt:
__________________ Viele Grüsse
Armand

|
|
29.05.2010 11:46 |
|
|
Cleantex
Mitglied
  

Dabei seit: 14.04.2008
Beiträge: 1.666
Themenstarter
 |
|
Auf der Suche nach der verlorenen Kugel
oder "Die seltsamen Lösungen des Bruno Hoehne"
So langsam kommen wieder alle Teile zusammen, der Wiederaufbau verlief bis jetzt problemlos.
Da Scheibe und Chassis eingebaut sind, der Clown wieder in Stellung hängt, hat der Automat mittlerweilen die Horizontale verlassen und steht zusammen mit der Rückwand auf dem Tisch, was mich nur die Hälfte Platz kostet.
Aber zum Kugel-Dilemma.
Ganz am Anfang, als ich den O-Bajazzo zuerst geöffnet habe, war unter den Findlingen eine kleine dunkel-metallene Kugel, die so aussah wie aus einer Schrotpatrone.
Da ich mir damals nicht vorstellen konnte dass sie zum Automaten gehörte habe ich sie irgendwo eingedost, und jetzt kommt mein Problem
Ich bin eben am Münzsortierer angekommen, er ist der nächste Kandidat für die Reinigung, und da Münzsortierer etwas kompliziert sind schaut man sich besser vorher die Funktion an.
Mir ist die fehlende Kugel erst beim zweiten Blick aufgefallen. Mechanische Münzsortierer werden ja so gebaut das sie sich irgendwo auseinander drücken lassen, um steckengebliebene Münzen (und Hosenknöpfe) wieder aus zu werfen. Meist sind sie dann als Scharnier auf einer Seite ausgebildet.
Bruno hat das anders gelöst.
Das Scharnier bestand, man staune, aus 2 Kugeln die aussahen wie Schrot, etwa 6,3mm dick.
Beide waren am Chassis des Sortierers angeklebt, die braune Pampe weist auf eine frühe Kontaktkleber-Variante, die Bruno ebenfalls für die Kugelführung verwendet hat. Der Klebstoff ist natürlich hin und wäre heute auch keine sehr gute Lösung.
Wo aber ist jetzt die verdammte 2te Kugel? Jedenfalls habe ich sie bis jetzt nicht gefunden, die Suche geht also weiter.
Was noch zu erwähnen wäre ist die Tatsache dass die Kugel schwach magnetisch war, aber nur schwach. Mein Magnetschrauber, der ansonsten sich eine Schraube quer über die Werkbank schnappt, ist gerade mal stark genug um sie nicht herunterfallen zu lassen. Sie ist auch nicht glatt wie eine normale Stahlkugel aus einem Kugellager. Aber, irgendwo liegt die Lösung.
Cleantex hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
__________________ Viele Grüsse
Armand

|
|
23.06.2010 14:47 |
|
|
Cleantex
Mitglied
  

Dabei seit: 14.04.2008
Beiträge: 1.666
Themenstarter
 |
|
Inzwischen versuche ich etwas mehr Informationen über Bruno Hoehne zu erfahren.
Seine beiden letzten Patente sind aufschlussreich. Beide stammen aus dem Jahr 1972, wurden aber erst 1973 veröffentlicht.
Vorletztes Patent
Letztes Patent
Bei dem letzten Patent steht neben dem Anmelde-Namen die Markierung "verstorben".
Das wäre etwa Ende 1973 gewesen, wenn man vom vorherigen Patent ausgeht.
Aber dort steht auch die letzte Adresse :
Bruno Hoehne
Oberdorfstr. 93
6901 Bammental
Ich habe mich entschlossen Nachforschungen an zu stellen, vielleicht gibt es mehr zu erfahren, Fotos und Details aus seinem Leben.
__________________ Viele Grüsse
Armand

|
|
25.06.2010 23:57 |
|
|
Cleantex
Mitglied
  

Dabei seit: 14.04.2008
Beiträge: 1.666
Themenstarter
 |
|
Bruno hat mich ganz schön ins Schwitzen gebracht mit seinen Kügelchen. Es scheint mir aber doch, dass ich dem Ursprung etwas näher gekommen bin.

Die kleinen Taschenpistolen hatten dieses Format (Browning) aber es gab sie anscheinend in riesigen Mengen, sowohl deutsches Fabrikat als auch von FN in Belgien, als Selbstschutz der Wehrmacht. Die Kugeln waren nicht nur aus Blei sondern auch aus einer Wismut/Stahl Legierung, also schwach magnetisch (wie die restliche Kugel) da Wismut diamagnetisch ist. Wie schon gesagt, obschon 6,35mm (1/4 Zoll) eine gängige Kugellagergrösse ist, sind diese Kugeln viel zu glatt um sie dauerhaft fest zu kleben. Also auch als Ersatz aus zu schliessen. Und sowieso müssen neue Kugeln her.
Ich habe inzwischen 6,3mm Kugel(gelenk)köpfe gefunden, nur die Lieferung dauert noch an.

Von Xray, direkt aus der RC-Racer Schmiede
, aber trotzdem aus Messing und Nickel und könnte also auch aus den 50er stammen.
Aber egal, bei dem Wetter gibt es besseres zu tun + oder auf holländisch die Welt erobern.
__________________ Viele Grüsse
Armand

|
|
29.06.2010 22:09 |
|
|
Cleantex
Mitglied
  

Dabei seit: 14.04.2008
Beiträge: 1.666
Themenstarter
 |
|
Inzwischen gibt es eine Spur die zu Bruno Hoehne's Familie führt. Es kann also sein dass es in Kürze mehr Informationen über ihn gibt.
Ich werde falls es klappt die im Thema verstreuten Informationen zusammenfassen und am Ende vom Thema einen Lebenslauf einstellen.
__________________ Viele Grüsse
Armand

|
|
01.07.2010 16:28 |
|
|
Cleantex
Mitglied
  

Dabei seit: 14.04.2008
Beiträge: 1.666
Themenstarter
 |
|
Ich hatte gedacht, meine Probleme mit dem Münzsortierer seien mit dem Kugelersatz gelöst,
Die Suche nach einer kleinen Kugel
mitnichten.
Brutus war auch am Münzer aktiv, es waren viele Teile beschädigt, breite Pfoten und schmaler Verstand passen nicht zum Automatensammeln
Dabei wollte er unbedingt die Funktionen des Münzers ausschalten, und hat neben diversen Verbiegungen auch noch eine Schraube abgebrochen. 
Es gibt nichts Schöneres als 3mm Schraubreste aus einem Aluminiumgewinde zu bohren und darauf zu achten,
dieses nicht unwiederbringlich zu zerstören. Ich habe dann auch nur 2 Stunden dafür gebraucht.
Aber dann war es doch verlockend den alten Münzer wieder so ein zu stellen dass er nur noch 10Pfg-Stücke annimmt und den Rest verweigert.
Sollte Bruno's Homebuild-Sortierer dazu in der Lage sein, etwas anderes als Hosenknöpfe und Karosserie-Scheiben zu erkennen ?
Yes, he can ! 
Die Funktion sieht man auf den Bildern, auch die Euro 5 Cent hat keine Chance.
Lustig, ich weiss nicht wie die Holländer damals ihre Münzen geprägt haben,
denn die haben etwa 0,15mm Unterschied in der Dicke, Juliane 1 fällt schon durch den Dickenprüfer, während Juliane 2 im Käfig landet.
Ich bin echt begeistert von dem einfachen Teil das so gut funktioniert. 
Das war jetzt wohl die aufwendigste Restaurierungsarbeit am Automaten, der Rest müsste beim Zusammenbau relativ schnell gehen.
Bleibt also nur noch das Plaketten-Problem und natürlich, das Video
Cleantex hat diese Bilder (verkleinerte Versionen) angehängt:
__________________ Viele Grüsse
Armand

|
|
21.08.2010 20:17 |
|
|
Cleantex
Mitglied
  

Dabei seit: 14.04.2008
Beiträge: 1.666
Themenstarter
 |
|
Er ist fertig, fast termingerecht, und ihr seid alle neidisch auf mich,
weil ich heute eine Stunde daran spielen durfte.
Er funktioniert perfekt.
Allerdings hatte ich den Aufwand doch etwas unterschätzt, naja, kommt mir öfters vor
Es ist allerdings so dass er ohne die Modifikation an der Kugelsperre fast unbespielbar wäre.
Ich habe mich selbst gewundert, wie schnell man den rechten Knopf am Kugellift bewegt, während man
mit der linken Hand den Clown betätigt. Und dann ist man ganz verwundert, dass keine Kugel mehr kommt.
Aber im Gegensatz zum Basisautomaten gibt es jetzt keinen Hänger, sobald man loslässt kommen die folgenden Kugeln auch.
Ich glaube sogar, dass trotz des interessanten Konzepts, dieser Fehler die Hauptursache
für den Misserfolg vom O-Bajazzo war.
Auch sind die Justierungen und Einstellungen sehr aufwendig, alles muss genau angepasst sein, sonst funktioniert er nicht.
Ich will nicht auf den Münzsortierer zurückkommen, den hatten wir schon.
Ich möchte aber alle anderen Justierungen hier noch einmal ansprechen, es könnte ja sein dass irgendwann jemand
einen solchen Automaten in seiner Sammlung hat, dann ist die Restaurierung vielleicht etwas einfacher.
Justierungen am O-Bajazzo.
1. Die Kugel-Sperre
Ich würde jedem raten, der sich einen solchen Automaten anschafft, die Änderungen bestehend aus einem modifizierten Weichenhebel (1a) und einer aufgeklemmten Rastnase (1b) am Automaten durch zu führen. Ansonsten hat man wenig Freude am Spielen. Die Anpassung ist ja nicht zerstörend, korrigiert aber den Konzeptfehler indem die ankommende Kugel solange auf dem Weichenhebel liegen bleibt bis der Kugellift in Grundstellung ist.
Die Einstellung der Rastnase auf der früheren Drahtsperre ist relativ einfach und unkompliziert. Man fixiert sie so dass bei Sperre/Auf der Weichenhebel daran vorbei gleitet, dann liegt er bei Sperre/Zu etwa 2mm auf.
Die letzte Einstellung an der Kugelsperre ist die Feder (1c).
Sie muss so angepasst werden, dass sie unter dem Gewicht des Armes am Kugellift in Grundstellung gedrückt wird, aber natürlich noch genug Kraft hat um selbst in Sperrposition zu gehen.
Da es am Kugellift KEINE Feder gibt, ist hier nur dessen eigene Gewicht ausschlaggebend.
Wichtig ist dass der Arm schon die Sperre aufmacht, ohne das Gewicht der 4 Kugeln, die ja während des Spiels nicht mehr vorhanden sind!
Alle diese Einstellungen sind Gefühlssache, man sollte überall mit etwas Reserve die Funktion sichern.
Federn müssen oft dabei Haare lassen
. Sind sie zu kurz, muss man sie strecken, sind sie zu lang, muss man abschneiden.
2. Die Kugel-Weiche
Hier ist die kritischste Einstellung überhaupt am Automaten. Es klappt aber alles wenn man alle Teile die daran befestigt oder damit bewegt werden, genau anpasst.
Zuerst muss man daran denken, dass das Gewicht einer Stahlkugel hier alle anderen mechanischen Teile mitbewegen muss. Das heisst dass das Eigengewicht der Mechanik eine entscheidende Rolle spielt.
Alle Federn dienen also zuerst dazu, dem zugeordneten Hebel die Schwere zu nehmen und im Zusammenspiel eine Betätigungskraft von etwa 3/4 des Gewichts einer Kugel zu erreichen.
Wie wir sehen ist die Feder (2a) direkt an der Weiche verstellbar. Sie wird also zur Feineinstellung dienen, am Schluss. Desshalb nehmen wir uns die Feder (2b) zuerst vor, sie soll das Gewicht vom Weichenhebel (1a) und dem Betätigungsdraht (2c) aufheben und den Hebel so gerade noch nach oben ziehen. Der Draht (2c) ist dabei oben noch nicht angeschlossen! Die Feder musste hier verkürzt werden, da der neue Weichenhebel (1a) ja etwas schwerer ist, als das Original.
Die Münzfreigabe (2d) soll die immer noch im Sortierer befindliche Münze nach der Ankunft der ersten Kugel frei geben. Es ist ein in Balance befindlicher, leicht zu bewegender Draht und stellt also kein Gewichtsproblem dar.
Das Gewichtsproblem ist aber die Freigabefeder (2e) am Münzsortierer! Denn sie muss so eingestellt sein dass sie auf keinen Fall die Kugel unten am Durchlauf hindert, also jetzt mit noch immer nicht oben angeschlossenem Betätigungsdraht (2c) muss 1/2 des Gewichts einer Kugel reichen, um auch die Münzfreigabe zu bewerkstelligen.
Wenden wir uns wieder unserer verstellbaren Feder (2a) zu. Auch diese Feder arbeitet gegen das Gewicht der Kugel, soll sie doch die obere Kugelweiche in Grundstellung halten.
Das ist unser letztes 1/4 an Gewicht was wir jetzt dort einstellen müssen.
Am besten wir nehmen uns eine kleinere Stahlkugel die etwa 3/4 vom Original wiegt, oder einfach rein gefühlsmässig mit einer Spielkugel.
Wir sind aber noch nicht fertig.
Denn es gibt noch eine Einstellung, die Länge vom Draht (2c). Es ist der längste "Drahtverhau" in unserem Automaten und er sollte etwa 1-2mm Spiel haben wenn die Weiche in Ruhestellung ist, denn durch die rabiaten Kugelschläge könnte es ohne etwas Spiel zu Schwingungen kommen. Damit sollten diese Einstellungen erstmal abgeschlossen sein.
3. Der Münz-Abtaster
Ohne Moneten kein Spiel, wär ja noch schöner. Desshalb der Abtaster der am Münzsortierer prüft ob eine korrekte Münze eingelegt wurde.
Denn solange der Draht (3a) am Abtaster in die Aussparung am Sortierer eintaucht, solange wird die Sperre (3b) verhindern dass der Lift mit den 4 Kugeln nach oben bewegt werden kann.
Es gibt dann auch noch eine Feder (3c) die den Hebelarm gegen die Münze oben und die Sperre am rechten Handrad unten drückt.
Die gute Nachricht zuerst
Der Federdruck ist hier relativ unkritisch, er soll natürlich hoch genug sein dass die Sperre nicht unabsichtlich gelöst wird, oder gar durch einen kleinen Klaps an der rechten Seite.
Das war die gute Nachricht, und jetzt wird es wieder kritischer. Man sieht dass Draht (3a) und der Sperrhebel (3b) mit 2 Schrauben aneinander befestigt sind.
Diese beiden müssen ganz genau zueinander eingestellt werden. Es muss etwa 1mm Platz für die Münze bleiben, der Draht (3a) darf auf keinen Fall die einfallende Münze darin hindern, ihre Position ein zu nehmen! Andernfalls wird es nicht möglich sein ein Spiel zu starten.
Ist diese Distanz grösser als 1mm, dann wird der Abtastweg nicht reichen um die Sperre (3b) zu lösen, auch dann wird kein Spiel möglich sein. Diese Einstellung Draht/Hebel ist also am Abtaster etwas kritisch.
4. Die Auszahlung
Die Auszahlung besteht aus der Feder (4a) und dem Draht (4b) der einfach in Form einer Schleife oben in den Gewinnhebel eingehängt wird.
Man muss hier aufpassen. Der Gewinnhebel ist etwas sehr lang, und das hat seinen Grund. Denn die Münzen sollen auf jeden Fall genug Zeit haben, um durch die Auszahlungsweiche zu rutschen. Und die Kugel ist im Prinzip schneller, daher der lange Weg. Es gibt aber noch etwas zu berücksichtigen. Der Gewinnhebel ist so geformt dass er die Kugel etwas abbremst, und dabei ist er noch (logischerweise) je näher es an der Achse ist, schwergängiger, wie es die Hebelgesetze nun mal haben wollen.
Lange Rede, kurzer Sinn, hier gilt 3/4 Gewicht nicht mehr, man muss die Feder (4a) so einstellen dass schon bei etwa 1/2 Kugelgewicht die Auszahlung funktioniert.
5. Der Kugellift
Er ist relativ unkritisch, es gibt keine Feder, er schwingt in Ausgangsstellung nur durch das eigene Gewicht.
Bei meinem Automaten gab es aber doch ein Problem, die Muffe (5) war zu kurz (20mm) so dass der Kugellift immer ein klein wenig angehoben wurde. Ich habe dann neue verzinkte Muffen von 25mm gefunden, entrostet
und so eingestellt dass wieder etwa 1mm Spiel im Drahtgestänge ist. Die 25mm sind nicht standardmässig zu haben, aber ich habe Reserve.
6. Die Münzrutsche
Sie besteht wie schon erwähnt aus einem Aluminiumgussteil, hat aber als Abdeckung eine Art Federblech. Dieser muss auf der ganzen Länge ziemlich exakt auf die Münzdicke eingestellt werden + etwa 0,2mm.
Also im Ganzen etwa 1,9mm für 10 Pfg Münzen. Besonders in Nähe der Auszahlungsweiche ist diese Distanz kritisch. Denn da die Münzen hier nur etwa bis zur Hälfte gehalten werden, können sie bei zu grossem Abstand verkeilen und so Klemmer verursachen.
Die Distanz wird eingestellt durch kleine Scheiben, die auf einer Seite offen sind und die man mit den 3mm Schrauben an der Münzrutsche fixieren kann. Man muss sich dabei am besten ein paar eigene Scheiben vorbereiten, in verschiedenen Dicken, 0,1 /0,2 /0,3mm. Bei diesem Automaten war es auf jeden Fall notwendig es so zu handhaben.
7. Die Rutschkupplungen
Die Reibung an den Rutschkupplungen (7) der Griffe geht schnell und einfach. Man erhöht den Druck auf das notwendige Mass, mit etwas Reserve. Komischerweise ist der Bajazzo etwas schwerer zu bewegen als der Kugellift. Das liegt an seiner Gabelfeder die ihn mittig in Position hält.
Wichtig noch, die Kupplungen sind eingefettet! Sie sollen ja rutschen
Ich habe an diesem Automaten kein Öl verwendet, alle beweglichen Teile (und das sind eine Menge), wurden mit Robbe 5532 Teflonfett bedient.
Cleantex hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
__________________ Viele Grüsse
Armand

|
|
01.09.2010 23:43 |
|
|
Cleantex
Mitglied
  

Dabei seit: 14.04.2008
Beiträge: 1.666
Themenstarter
 |
|
Inzwischen habe ich für den O-Bajazzo einen Platz neben dem Derby gefunden.
Ein paar Löcher sind trotzdem zu bohren, da "Rastelli" links hängen muss, sonst öffnen die Automaten
gegeneinander und brauchen zuviel Platz.
Besonders der Derby schwenkt 100% der Tiefe seines Gehäuses, da er ja nur hinten in eine Holzplatte eintaucht.
Was noch immer nicht gelöst war und ist, die Plakettenfrage.
Das Muster aus Österreich hat mir überhaupt nicht gefallen, zu dünn gelasert und nicht mit den 50er kompatibel.
Ich war dann auch schon auf dem Trip, Schiebebilder zu drucken, so schlecht sieht das auch nicht aus.
Dabei bin ich zufällig heute auf die Firma Schaeffer AG / Berlin gestossen, welche Frontplatten, auch als Einzelstück anfertigt.
Schaeffer AG
Und alles CNC gefräst, also, vielleicht ein Volltreffer und könnte auch bei anderen Typenschildern die uns bei den Automaten fehlen
eine Lösung sein. Das funktioniert so :
Es gibt eine Software "Frontplattendesigner4.0", die man gratis herunterladen kann. Dort zeichnet und definiert man seine Plakette oder Frontplatte.
Und dann rechnet er sofort den Preis im Programm, und macht auf Wunsch direkt die Bestellung über Internet an die Firma !
Zusätzlich kann man die Daten auch noch als DXF-Version exportieren und anderweitig benutzen.
Wenn ich also wirklich noch Decals drucken möchte, dann ist das Design sowieso auch dafür fertig. Warten wir mal ab
Jedenfalls wird hier alles angeboten wie es am Original auch war, abgerundete Ecken, Löcher und ich habe das Gefühl
dass ich schon sehr nahe an der damaligen Münzeinwurf-Plakette bin.
__________________ Viele Grüsse
Armand

|
|
05.09.2010 23:47 |
|
|
|