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Geschrieben von tonmaster am 18.10.2011 um 21:19:

  Selbst verzinken und vernickeln?

Hallo zusammen,
wenn ich ein altes Schätzchen herrichte, mache ich das gewöhnlich Stück für Stück, rüste also eine Baugruppe ab, reinige / repariere sie und setze sie dann wieder zusammen. So bleibt das Projekt überschaubar, auch wenn es mal ein paar Tage oder Wochen liegen bleibt.

Dabei kommen natürlich immer wieder (Klein-) Teile ans Licht, deren galvanische Schutzschicht beschädigt oder gänzlich verschwunden ist. Bislang hatte ich das Glück, entweder viele Teile brauchbar aufarbeiten zu können oder eine Menge Teile gemeinsam zum Galvanisieren bringen zu können. Was bei meinen Musikboxen schon allein wegen der Größe und Menge der Teile einfach war, stellt sich bei meinen Automaten langsam als Problem heraus. Die Baugruppen sind relativ übersichtlich, dennoch mechanisch oft recht diffizil. Dadurch würde ich diese Baugruppen gerne in einem Rutsch zerlegen und wieder zusammenbauen. Der Galvaniker meines Vertrauens hat einen Mindestauftragswert von 55 Euro, so dass Kleinaufträge für mich unwirtschaftlich werden. Also kam mir der Gedanke nach einer eigenen kleinen Galvanik. Ich habe ein paar Lieferanten für Geräte und Zubehör gefunden, bin mir aber nicht sicher ob das in Eigenregie gut funktioniert.

Nach der Recherche hier im Forum ist Tobias weniger überzeugt von der Qualität, Armand hingegen setzt das Set von Conrad, so wie ich seinen Ausführungen entnehmen kann, mehr oder weniger erfolgreich ein. Mir würde eine kleine Galvanik reichen, wie sie bei Ferroinstant angeboten wird. Dort scheinen alle Materialien (Gefäße, Metalle Chemie..) erhältlich zu sein, um sich eine Anlage nach eigenem Gusto zusammenbauen zu können, oder eben ein Fertiggerät zu erwerben. Die Preise wären eigentlich ganz annehmbar. Die Frage ist nur, ob man als „Freizeit-Galvaniseur“ ein brauchbares Ergebnis zu Stande bringt?
Ich denke mal, dass ich nicht der Einzige bin, der mit der vergangenen Zink- und Nickelschichten nachtrauert. Hat schon jemand Erfahrung mit solchen Hobby-Geräten?

Grüße

Cersten




Ferroinstant

Zujeddeloh

Conrad

Schula



Geschrieben von Cleantex am 18.10.2011 um 21:44:

 

Zitat:
Armand hingegen setzt das Set von Conrad, so wie ich seinen Ausführungen entnehmen kann, mehr oder weniger erfolgreich ein.


Hallo Cersten,
danke für die Blumen aber ich habe das Set noch nie eingesetzt und letzten Monat erst gekauft. Ich weiss dass Tobias die Leitschienen vom Elektromat neu vernickelt hat, er schien von der Sache aber nicht so überzeugt.
Ich meine es ist wohl eher Spielzeug für den Notfall. smile Die Profis benutzen wohl ähnliches Material wie in deinen Links. Verchromen wäre auch eine geile Sache.



Geschrieben von tonmaster am 18.10.2011 um 22:09:

 

Hallo Armand,

ich dachte im Beitrag "Novomat-Knöpfle" herausgelesen zu haben, dass Du mit dem Conrad-Set schon einen Versuch gemacht hast. Das habe ich wohl nicht ganz richtig interpretiert.

Verchromen wäre super! Ich wäre allerdings schon froh, wenn ich Zink- und Nickelschicht grifffest hinbekommen würde. Was den Chrom betrifft, habe ich mit der Darmstädter Firma Breidert sehr gute Erfahrungen gemacht. In einem Test der "Motor Classic" vor über 20 Jahren hat Breidert recht gut abgeschnitten. Daraufhin habe ich auch die Teile meines Oldtimers dort verchromen lassen. Bis heute sind die Oberflächen tadellos. Seit dem lasse ich dort regelmäßig meine Teile dort verchromen. Zink und Nickel macht ein Betrieb in meiner Nähe.

Grüße

Cersten



Geschrieben von Cleantex am 18.10.2011 um 22:26:

 

Den Novomat Knopf brauche ich nicht mehr zu vernickeln denn Tobias hatte noch welche in sehr gutem Zustand und die hatte er mir beim Treffen mitgebracht. smile
Wenn du jetzt Breidert erwähnst, ich hatte mal nach einem Verchromer gefragt und "thierry" hier an Bord hatte ihn auch empfohlen da er seine Musikbox-Teile dort verchromen lässt.



Geschrieben von thierry am 19.10.2011 um 00:37:

 

Hallo,

Ja, Breidert ist wirklich empfehlenswert. Vielleicht nicht die Billigsten dafür aber Top Qualität und ziemlich schneller Service!

Besten Gruss,
Thierry



Geschrieben von tonmaster am 21.10.2011 um 01:23:

 

Ich habe hier:
oldtimer-tv.com
eine offensichtlich funktionierende Möglichkeit gefunden, die zuindest das Glanz-Verzinken für ambitionierte Selbstmacher ermöglichen soll.

Bisher habe ich herausgefunden, dass verzinken wohl wesentlich einfacher zu handhaben ist, als vernickeln. Bei Letzgenanntem sind zum Teil recht giftige und gefährliche Chemikalien nötig, wobei verzinken mit "beherrschbarer" Chemie zu erreichen ist.

Auf alle Fälle ist das nichts für "mach ich mal schnell". Ich werde mal schauen, was der im Video und Text genannte Kit bei dem britischen Anbieter kostet. Wahrscheinlich bekomme ich schon bei den Portokosten Herzkammerflimmern ;-)

Ich halte euch auf dem Laufenden!

Grüße

Cersten



Geschrieben von Cleantex am 22.10.2011 um 14:28:

 

Hallo Cersten,

was hältst du hiervon :


Es gibt das Set auch bei Ebay, um 20 Euro billiger :
E-Zink

Das könnte mich reizen, da ich genau daran Bedarf habe.
Nach Politur und Citron-Waschvergoldung könnte man vielleicht auch alte Bajazzo's damit aufarbeiten.



Geschrieben von tonmaster am 22.10.2011 um 19:17:

 

Hallo Armand,

dieses Set habe ich in der Werkstatt. Meine Bezugsquelle war das Korrosionschutz Depot. Die Zinkschicht eignet gut als Grundlage für Lackierungen. Die flächige "Verzinkungskelle" besteht aus einem Stück Zinkblech, das in einer Webpelztasche steckt. Die Autobatterie dient als Stromquelle. Ich verwende allerdings ein potentes Labornetzteil, da mir Experimente mit Stromquellen ohne Strombegrenzung (Autobatterien) die locker mal 400 A liefern können etwas zu gewagt sind ;-)
Die Zinkschicht baut sich exakt so auf, wie sie im Video gezeigt wird. Bei 2:00 zeigt sich auch, wo das Metall nicht 100%ig blank und rostfrei war: Im oberen Bereich ist ein kleiner dunkler Fleck zu sehen, der kein Zink angenommen hat. In einer späteren Einstellung wurde der Fehler offensichtlich durch Nacharbeiten behoben.
Die entstandene Zinkschicht ist etwa so dünn, wie die von verzinkten Blechen, die für Karosserie-Reparaturen eingesetzt werden, also etwa 2,5 - 7,5 µm. Die Oberfläche ist rau und wird mit zunehmender Schichtdicke noch rauer. Beim Versuch, das Ganze glänzend zu polieren, glänzt nur eines, und zwar das darunterliegende Blech, das binnen weniger Polierstriche wieder zum Vorschein kommt. Deswegen ist dieses Verfahren zum Schutz von blanken Blechen, die überlackiert werden sollen gut geeignet, wenn's glänzen soll muss man leider doch auf das Galvanik-Bad zurückgreifen.
Dort wird nämlich ein Glanzbildner beigefügt, der für eine besonders feinkörnige Oberfläche sorgt. Beim Passivieren kommt dann Farbe ins Spiel. Die irisierende, gelbe Chromatierung, der schöne Silber- oder Blauton oder die schwarze Oberfläche wird erst durch die verschiedenen Bäder nach der eigentlichen Verzinkung erzeugt.

Auf der Suche nach anderen Quellen und Informationen bin ich auch auf diese Seite gestoßen: Caswellplating

Der Versand der amerikanischen Firma läuft über Großbritannien. Dort gibt es sogar Kits fürs Verchromen. Da das Zeug aber sowas von giftig ist, würde ich maximal den Nickel-Kit testen.

Den Kits liegt aber immer das volle Programm, also Chemie, Behälter, Elektroden(-halter), Kabel, Heizung und Netzteil bei. Da die "Stromseite" bei berufs- und hobbybedingt ausreichend vorhanden ist, bräuchte ich nur die Chemie.

Ich habe beschlossen, dass Glanzverzinken mal zu testen. Die Kosten sind halbwegs überschaubar, man lernt wieder etwas Neues dazu und vielleicht klappt es ja wirklich so wie gewünscht.

Auf alle Fälle werde ich hier darüber berichten. Wer aber in der Zwischenzeit noch Info oder Quellen beisteuern will, soll sich auf keinen Fall zurückhalten.

Grüße

Cersten



Geschrieben von tonmaster am 25.10.2011 um 14:25:

 

Nachdem ich mich noch durch ein paar britische Hobby-Galvanik-Foren gekämpft habe, erfolgte heute die Bestellung eines Zink und Nickel Komplett-Kits von Gateros Plating.
Neben dem "ULTIMATE SUPER BRIGHT ZINC/NICKEL PLATING KIT" kommt noch ein Aktivator-Kit dazu. Letztgenannter ist zum Entfernten von Rost, alten Chrom-, Zink- oder Nickelschichten und zum Vorbereiten des Materials auf die anschließende Zink- oder Nickelschicht. Das ganze Set sieht laut Hersteller so aus, wie auf dem Bild unten.
Die beiden Kits und das Porto erleichtern das Konto um fast genau 200 Euro. In Deutschland habe ich keinen Anbieter für solche Kits gefunden. Ich nehme an, die Auflagen der EU-Chemikalienverordnung (REACH) wirken sich für Hobby-Metallveredler negativ aus.
Im Lauf der nächsten Woche soll die Hexenküche bei mir aufschlagen. Bin schon gespannt!

Grüße

Cersten



Geschrieben von Cleantex am 25.10.2011 um 16:22:

 

Hallo Cersten,

Ich habe mir mal den Schmierverzinker von Fohr bestellt. Er hat bei Ebay einen Preisvorschlag von 45 Euro akzeptiert Augenzwinkern Ich musste leider die "verchromte" Mutter am Wulff-Abzug auf das blanke Eisen zurückfeilen. Hatten doch die kleinen Schweinchen hier teilweise über die Farbe verchromt, man glaubt es kaum. geschockt Das werde ich zuerst verzinken und dann kurz mit Chromlack darüber gehen. Es sind nur ein paar cm2, leider aber dort wo man öfters mit den Fingern hinlangt.
Dein Set war ja ganz schön teuer, vielleicht kann man sich an den Kosten beteiligen, könnte ja sein dass mal etwas anfällt, zum Reinhängen. smile



Geschrieben von tonmaster am 25.10.2011 um 21:46:

 

Hallo Armand,



Zitat:
Ich habe mir mal den Schmierverzinker von Fohr bestellt.


verwirrt Da stehe ich jetzt ein wenig auf dem Schlauch. Hast Du mal einen Link dazu?



Zitat:
Dein Set war ja ganz schön teuer

Im Gesamtbetrag von etwa 200 Euro verstecken sich 50 Euro Versandkosten. Das Zink / Nickel-Set hat inklusive Chemie, Metallen, Heizung, Luftpumpe zur Badumwälzung, Filter, Kabel, Netzteil und sonstigem Krimskrams 115 GBP, also rund 139 Euro gekostet. Dann noch der Aktivator für etwa 13 Euro und das Paket war komplett.

Mir erschien das als ein fairer Preis. Gemessen an den Preisen der Mitbewerber sogar relativ günstig. Auf die hohen Versandkosten war ich schon vorbereitet. Wer einen nicht alltäglichen britischen Oldtimer hat, gewöhnt sich irgendwann mal an saftige Portokosten ;-)

Teuer wird es in meinen Augen erst, wenn das Set nicht das leistet, was versprochen wird. Aus diesem Grund habe ich mich auch für das Komplett-Paket entschieden. Ich denke, das ermöglicht es am einfachsten, erste Erfahrungen zu sammeln und aus Fehlern zu lernen.

Letztes Wochenende habe ich mir die Schaltplatte von meinem Toto vorgenommen. Die meisten Metallteile sahen fürchterlich vergammelt aus, ließen sich aber gut aufpolieren. Der ehemals verzinkte Rahmen des Schrittrelais und der Relais-Haltewinkel waren leider ziemlich verrostet. Die Rostnarben konnte ich weitgehend verschleifen und lackierte die beiden Teile mit Caramba Zink Alu-hell. Für sich gesehen sahen die Teile gut aus, montiert auf der Schaltplatte kamen mir dann doch Zweifel, ob das "richtig" ist.
Genauso beim Rest des Toto. Die Halterahmen der 10 Bremsmagneten, Teile am Münzprüfer, Teile am Auszahlmagneten...... alles zusammen genommen würde es gerade so für einen Auftrag an die Lohngalvanik reichen, dazu muss aber alles komplett zerlegt werden. Wenn der Kit funktioniert, kann ich schön in übersichtlichen Schritten die Baugruppen zerlegen und nach der Überarbeitung wieder originalgetreu aufbauen.

Ich hoffe wirklich, dass das Zink-/Nickel-Set funktioniert. Ein Bericht von den ersten verzinkten / vernickelten Teilen gibt es dann exklusiv in diesem Forum - versprochen!



Grüße

Cersten



Geschrieben von Cleantex am 25.10.2011 um 23:07:

 

Hallo Cersten,

Es handelt sich um das gleiche Set wie bei "Fa. Korrosionsschutz-Depot", die stellen das aber nicht selbst her.
Der Lieferant und Hersteller ist die Firma Flohr. Die haben es früher mal unter dem Namen "Zink-O-Mat" vertrieben.
Jetzt sind sie auch bei Ebay und das Set hat dort 45 Euro gekostet, (inklusive kostenlosen Versand),
also fast 30 Euro billiger als bei der Konkurrenz.

Flohr Innotools



Geschrieben von Volbracht am 26.10.2011 um 14:28:

  Selbst verzinken und vernickeln?

Hallo!

Das verzinken von Teilen funktioniert mit den vorgenannten Heimgalvaniksets eingentlich recht gut. Wichtig ist in jedem Fall die Qualität der Vorarbeiten, aber wenn ich mir die Ergebnisse eurer Projekte anschaue dürfte es ier keine Probleme geben. großes Grinsen

Ich bin gerade dabei Spielanweisungen aus Aluminiumblech zu ätzen. Mit dem Verfahren können auch PTB-Plaketten angefertigt werden.
Bei Interesse schreibe ich gerne eine Anleitung und stelle sie hier ein.

Grüße
Thorsten



Geschrieben von Cleantex am 26.10.2011 um 14:49:

  RE: Selbst verzinken und vernickeln?

Hallo Thosten,

zuerst willkommen im Forum. smile
Die Sache mit den Plaketten ist schon sehr interessant. Ich weiss aber auch aus dem Modellbau dass es nicht so einfach ist. Also man kann als ungeübter schon mal viel Zeit dabei verbringen. Ich bin Ungeübter. Augenzwinkern Aber super dass du deine Hilfe anbietest und die Plaketten vom Elektromat selbst herstellst. Für Plaketten gibt es immer wieder Bedarf.
Wenn du ein neues Thema haben möchtest, einfach hier einstellen, ich lagere das dann aus.



Geschrieben von Volbracht am 26.10.2011 um 15:17:

  RE: Selbst verzinken und vernickeln?

Hallo Armand!

Danke für die nette Begrüßung! fröhlich

Ich gebe mein Wissen gerne weiter, ist nur fair, da ich auch viele Fragen habe.

Grüße
Thorsten



Geschrieben von tonmaster am 05.11.2011 um 21:28:

  Neues vom Zinker

Das Galvano-Set ist vor ein paar Tagen eingetroffen. Der Versand war mit 5 Tagen ab Bestellung relativ flott. Erst heute bin ich dazugekommen, das Paket genauer unter die Lupe zu nehmen.

Soweit sieht alles recht annehmbar aus, auch wenn es teilweise recht hemdsärmelige britische Problemlösungen sind. Da wäre zum Beispiel der Vorwiderstand zum Selberbasteln. Ein vorgewickelter Widerstandsdraht muss zwischen 2 Muttern eingeklemmt werden, deren Schrauben auf einer Rohrhalbschale befestigt sind (Bildmitte Bild 1). Mittels einer Krokoklemme als Abgriff wird die Stromstärke für das Bad eingestellt. Ich glaube ein 20 Ohm / 4 Watt Drahtpoti wäre billiger gewesen ;-). Als Gefäß dient einer der 5 Eimer (Polypropylen, sogar Made in Germany!) die dem Kit auch als Versandverpackung dienten. Die Zink-oder Nickelstücke werden an den mitgelieferten Kupferdrähten in den Eimer gehängt und mit einer Ringleitung verbunden. Auf YouTube gibt es ein Video, moderiert von der zauberhaften Julie, das den Vorgang im Detail zeigt.

Überraschungen gab es auch beim Austausch der UK-Netzstecker gegen deutsche Schukostecker. Beim Heizstab waren verzinnte(!) Kabelenden in den UK-Stecker eingeklemmt und bei der Luftpumpe waren die Litzenenden „nackt“ im Kontaktstift verschraubt. Dass blanke Litzen oder gar verzinnte Kabelenden nicht in Schraubklemmen gehören, hat sich bis ins Vereinigte Königreich noch nicht herumgesprochen. Aderendhülsen sind ja auch wahnsinnig teuer und kaum zu bekommen ;-)

So, was wurde also an Hardware geliefert? Ein Blick auf Bild 1:

2 PVC-Luftschläuche
1 Schutzbrille
1 Luftpumpe (zur Flüssigkeitsbewegung)
1 Heizstab, 200 Watt, von 18°C bis 34°C einstellbar
1 Staubmaske
1 Vorwiderstand als DIY-Kit
300gr Zinkplatten
300gr Nickelstücke
1 Schaumstofffilter (luftbetrieben)
2 2m CU-Draht, blank
2 1m CU- Draht, isoliert
2 Krokoklemmen
Nicht auf dem Bild:
1 Paar Nitril-Handschuhe
5 PP-Eimer mit Deckel
1 Satz Anleitung zum Verzinken / Vernickeln (engl.)
1 Satz Gefahrendatenblätter aller Chemikalien (engl.)

Die Chemie ist in Flaschen oder Grip-Beutel verpackt. Was alles dabei ist, liefert ein Blick auf Bild 2:

1,3kg Ammonium Chlorid
500gr Zink Chlorid
440gr Nickel Chlorid
50 ml Zylite 290 Stabilisator
520ml Zylite 290 Glanzbildner
200ml Passivator, klar /blau
200ml Passivator , gelb

Zusätzlich vom mir bestellt:
1kg Natriumhydrogensulfat/Natriumfluorid (Entrosten / Entschichten)

Als Stromquelle empfiehlt Gateros Plating ein Ladegerät für 12V Auto-Akkus, das etwa 6 Ampere liefern kann. Ich werde den Bastelwiderstand außen vor lassen und eines meiner Labornetzgeräte verwenden, mit dem ich den Strom über die Strombegrenzung einstellen kann. Der Strom richtet sich nach der Oberfläche des zu veredelnden Werkstücks. Gateros empfiehlt 100mA je Quadratzoll was rund 40mA je Quadratzentimeter entspricht.

Ich hoffe, dass morgen das Wetter mitspielt und wie heute nochmal 20 °C auf dem Thermometer stehen. Der Föhn (nicht Fön) im November macht’s möglich. Dann könnte ich das Zeug im Freien“ auf kleiner Flamme köcheln“. Der Prozess soll laut Gateros relativ wenig Gas freisetzten, aber trotzdem bin ich lieber etwas vorsichtiger.

Grüße

Cersten



Geschrieben von Cleantex am 05.11.2011 um 21:54:

 

Hallo Cersten,

Das Nickel-Chlorid sieht ja ganz schön giftgrün aus Zunge raus
Wenn du mit den britischen Elektrobastelversuchen ein Sicherheitsproblem hast, dann hilft ein FI-Schutz-Zwischenstecker. Den benutze ich mittlerweilen nach schlechten Erfahrungen bei verdächtigem Chinawerkzeug auch.



Geschrieben von tonmaster am 05.11.2011 um 22:09:

 

Hallo Armand,

der FI-Schutzschalter ist in der Elektroinstallation meiner Werkstatt an zentraler Stelle (Schaltkasten) im Einsatz. Auf alle Fälle aber ein guter Hinweis von Dir für alle Mitleser!

Zitat:
Wenn du mit den britischen Elektrobastelversuchen ein Sicherheitsproblem hast...

Jetzt sind die Stecker ja richtig montiert Freude

Falls es für jemanden interessant ist, könnte ich die englische Anleitung durch den Doku-Scanner jagen und im Mitglieder-Bereich als PDF einstellen.

Grüße

Cersten



Geschrieben von Schrottsammler am 06.11.2011 um 00:58:

  RE: Neues vom Zinker

Zitat:
Das Galvano-Set ist vor ein paar Tagen eingetroffen.


Ich bin nun mal gespannt, ob es mit dem Set möglich ist, eine grifffeste Vernicklung hinzubekommen? Mit den ebenfalls einfachen Conrad-Kits geht es definitiv nicht.
Die technische hemdsärmlige Lösung wurde mich nicht weiter stören. Das Set ist doch nur gedacht für die Bastler mit einen technischen Hintergrundwissen. Es entfällt die aufwendige Suche nach den Komponenten.

Zitat:
Dass blanke Litzen oder gar verzinnte Kabelenden nicht in Schraubklemmen gehören


In meiner Lehrzeit war das Verzinnen das NonPlus-Ultra, noch schlimmer war das verkupferte Alukabel.
Auch die Neuzeit hat Sünden, aktuell zerfallen LSA-Leisten nach 10 Jahren, wenn man dort die Belegung ändern will.



Geschrieben von tonmaster am 06.11.2011 um 01:26:

  RE: Neues vom Zinker

Hi Tobias,

das A und O scheint eine fettfreie Oberfläche zu sein. In der Anleitung wird auf diesen Umstand mehrfach hingewiesen. Deshalb habe ich auch den zusätzlichen "Reinigungskit" mit Natriumhydrogensulfat/Natriumfluorid gleich dazubestellt.

Kupfer als Zwischenschicht wäre vielleicht auch keine schlechte Idee. Vor allem wenn eine spiegelglatte Oberfläche gewünscht ist. Bei den Teilen die ich bei meinen Wiegandt- Automaten in der Hand hatte, war jedoch nirgends eine Kupferschicht unter dem Nickel. Das wundert mich eigentlich nicht, denn die Automaten waren ja nach 3 Jahren schon wieder Geschichte. Damals dachte bestimmt kein Hersteller daran, dass diese Geräte mal Sammlerstatus erreichen.

Je nach dem, wie mir morgen die Zeit reicht, möchte ich auch noch gerne eine Oberfläche ausprobieren, die ich vorher mit Glasperlen gestrahlt habe.


Zitat:
aktuell zerfallen LSA-Leisten nach 10 Jahren, wenn man dort die Belegung ändern will


Ahh, auch im IT / TK - Bereich zu Hause! Für das, was in den letzten Jahren hier teilweise in Punkto Qualität auf den Markt geworfen wurde ist "Murks" noch ein Kompliment. Hauptsache billig. Aber wem sag' ich's Augen rollen

Grüße


Cersten


Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH